Hildesheim
Polizisten durchsuchen Moschee und Wohnungen

Schon länger ist bekannt, dass die Region um Hildesheim und Göttingen ein Schwerpunkt radikaler Salafisten ist. Die Polizei geht nun gegen die Islamisten vor. Ziel: Ein Verbot des Moscheevereins.

HildesheimDie Polizei ist mit einer Razzia gegen mutmaßliche Islamisten in Hildesheim vorgegangen. Die Beamten durchsuchten nach Angaben des Innenministeriums die DIK-Moschee „Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim“ sowie Wohnungen von acht Vorstandsmitgliedern des Vereins. Dabei seien zahlreiche Beweismittel sichergestellt worden, hieß es am Donnerstag aus Polizeikreisen. Festnahmen habe es nicht gegeben.

„Der DIK in Hildesheim ist ein bundesweiter Hot-Spot der radikalen Salafistenszene“, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) laut Mitteilung. „Nach Monaten der Vorbereitung sind wir mit den Durchsuchungen einen wichtigen Schritt zum Verbot des Vereins gegangen.“

Den Sicherheitsbehörden lägen Erkenntnisse vor, wonach im Verein Muslime radikalisiert und zur Teilnahme am Dschihad in den Kampfgebieten motiviert würden, sagte Pistorius. Zahlreiche Moschee-Besucher sind laut Innenministerium „nachweislich“ nach Syrien und in den Irak gereist - unter anderem, um sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. „Das werden wir mit allen uns zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mitteln bekämpfen“, sagte Pistorius.

Die Region Hildesheim/Göttingen hat sich zu einem Schwerpunkt für die wachsende Zahl radikal-islamischer Salafisten entwickelt. Ein Drittel der im vergangenen Jahr in Richtung Syrien und Irak ausgereisten Gotteskrieger stammt aus der Region, wie es im Ende Mai vorgelegten Verfassungsschutzbericht 2015 hieß. Die Zahl der Salafisten stieg demzufolge von 400 Ende 2014 auf mehr als 540.

An der Razzia bis zum Mittwochabend waren bis zu 400 Einsatzkräfte der Polizeidirektion Göttingen, der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen mit mehreren Einsatzhundertschaften sowie aus dem Landeskriminalamt Niedersachsen mit dem Spezialeinsatzkommando beteiligt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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