Hilfe-Appell an die Politik
Journalisten rufen nach Steuerentlastung

In Deutschland sind Karneval oder Schach als gemeinnützig anerkannt, nicht aber Recherchebüros. Also gibt es keine Steuervorteile. Ein Unding, findet der Journalistenverband – und fordert, den Missstand zu beheben.
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BerlinDer Deutsche Journalistenverband (DJV) fordert, journalistische Recherche und Investigation als gemeinnützig anzuerkennen und das Steuerrecht entsprechend zu ändern. „Kritischer Journalismus wird bei uns gern als vierte Säule des Staates gerühmt. Es sollte aber nicht bei warmen Politikerworten für die Rechercheure bleiben“, sagte DJV-Chef Michael Konken Handelsblatt Online. „Eine Steuerbegünstigung freier Journalisten und Rechercheure würde deren schlechte wirtschaftliche Lage verbessern und die Bedeutung des Journalismus aufwerten.“ Das Durchschnitts-Bruttoeinkommen von Freien liege in Deutschland unter 2.100 Euro im Monat.

Konken greift damit eine Forderung des „Netzwerk Recherche“ auf. Der Verband hatte auf die USA verwiesen, wo Dutzende Medienunternehmen als gemeinnützig anerkannt sind, darunter National Geographic, die Nachrichtenagentur AP und das mit Preisen gekrönte Recherchebüro ProPublica. „In den Vereinigten Staaten wird journalistische Recherche von den Finanzbehörden als gemeinnützig anerkannt. Das hat gute Gründe: Die Redaktionen haben keinen Verlagsmanager im Nacken, der vor allem Profit sehen will. Sie können kritisch berichten – ohne Rücksicht auf Anzeigenkunden, Verlegerfilz und Medienagenda“, erklärte jüngst das „Netzwerk Recherche“.

Den Grünen greifen die Überlegungen zu kurz. „Wir sollten jetzt keine Debatte über einzelne journalistische Gruppen führen, zumal die Abgrenzung, was als investigative Recherche zu gelten hat, sehr schwierig ist“, sagte der Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Medien und Netzpolitik der Bundes-Grünen, Malte Spitz, Handelsblatt Online. „Ich bin aber dafür, grundsätzlich darüber zu diskutieren, welche konkreten Maßnahmen notwendig sind, um journalistische Vielfalt zu erhalten und Journalisten insbesondere im unteren Einkommensbereich besser zu unterstützen“, fügte das Mitglied im Grünen-Parteirat hinzu.

Die FDP unterstützt dagegen den DJV-Vorstoß. „Die redaktionelle Vielfalt ist absehbar in allen Mediensparten, insbesondere bei den Regional- und Lokalangeboten, bedroht“, erklärten der Vize-Vorsitzende der FDP-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, Ralf Witzel, und sein Fraktionskollege und Medienexperte Thomas Nückel im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Angesichts der Umbrüche in der Medienlandschaft müssen daher neue Finanzierungswege jenseits der üblichen Geschäftsmodelle ermöglicht werden, um Vielfalt und Qualität in den Medien zu sichern.“ Eine Möglichkeit sei die Anerkennung von Journalismus als gemeinnützige Tätigkeit, wenn diese ohne Gewinnerzielungsabsicht erfolge.

Kommentare zu " Hilfe-Appell an die Politik: Journalisten rufen nach Steuerentlastung"

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  • Da Politiker ihr Einkommen versteuern müssen, sind sie wohl nicht gemeinnützig, oder?

  • Bekanntermaßen wählen über 85% der deutschen Journalisten grün, rot, oder extrem rot, alo links.
    Die Linken wiederum wollen immer und überall die Steuern erhöhen (und das Geld sinnlos zum Fenster hinauswerfen).

    Und nun kommen diese linksgrünen Journalisten, und wollen selbst keine Steuern mehr zahlen?

    Wenn mal wieder jemand wissen will, warum die Zeitungen sterben, ist hier ein weiterer Grund zu finden...

  • Bekanntermaßen wählen über 85% der deutschen Journalisten grün, rot, oder extrem rot, alo links.
    Die Linken wiederum wollen immer und überall die Steuern erhöhen (und das Geld sinnlos zum Fenster hinauswerfen).

    Und nun kommen diese linksgrünen Journalisten, und wollen selbst keine Steuern mehr zahlen?

    Wenn mal wieder jemand wissen will, warum die Zeitungen sterben, ist hier ein weiterer Grund zu finden...

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