"Hilfsorganisation hat sich von seinen Wurzeln entfernt"
Cap-Anamur-Gründer Neudeck geht auf Distanz

Der Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, Rupert Neudeck, hat sich in einem Interview vom Vorgehen der Helfer bei der Rettung von 37 Afrikanern aus dem Mittelmeer distanziert.

HB FRANKFURT. „Das Unternehmen, was wir gestern gesehen haben, trägt nur noch usurpiert, nur noch geklaut, den Titel des alten Vereins. Das ist nicht das Unternehmen, was wir 1979 zur Rettung Tausender Flüchtlinge gegründet haben“, sagte Neudeck am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Er kenne den Fall praktisch auch nur aus den Medien. Allerdings: „Wenn der Anschein so bleibt, dann fahren wir vor die Wand“, betonte er.

Neudeck bezog sich mit seinen Aussagen auf einen Beitrag des ARD-Magazins „Panorama“, in dem von zahlreichen Widersprüchen bei der Rettung die Rede war. So sei die Landung mit den Flüchtlingen tagelang hinausgezögert worden, damit Cap-Anamur-Chef Elias Bierdel für einen medienwirksamen Auftritt noch rechtzeitig an Bord habe kommen können. Auch habe es bei der Besatzung Zweifel gegeben, ob es sich bei den Flüchtlingen tatsächlich wie angegeben um Sudanesen handelt.

Nach Angaben aus italienischen Justizkreisen stammen die meisten der Flüchtlinge aus Nigeria und Ghana und nicht aus dem Sudan, der wegen der Vertreibung Hunderttausender Schwarzafrikaner durch arabische Milizen im Westen des Landes derzeit im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht. Bierdel, der Kapitän der Cap Anamur und der 1. Offizier wurden beim Anlegen im sizilianischen Porto Empedocle wegen Beihilfe zur illegalen Einreise festgenommen und sitzen noch in Haft.

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