Hilfsorganisationen

Großzügige Spender ignorieren die Krise

Die Hilfsorganisationen verzeichneten 2009 höhere Zuflüsse - und das, obwohl die Zahl der Unterstützer sinkt. In den vergangenen zwölf Monaten haben die Deutschen rund 2,9 Milliarden Euro an nationale und internationale Hilfsorganisationen gespendet. Doch die Suche nach Unterstützern wird schwieriger.
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Die Gesamtspendensumme ist gegenüber 2008 um rund 100 Millionen Euro gestiegen. Quelle: dpa

Die Gesamtspendensumme ist gegenüber 2008 um rund 100 Millionen Euro gestiegen.

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DÜSSELDORF. Trotz der Finanzkrise haben die Deutschen in diesem Jahr überraschenderweise deutlich mehr gespendet als im Vorjahr. Die Gesamtsumme, die sie in den vergangenen zwölf Monaten an nationale und internationale Hilfsorganisationen überwiesen haben, stieg um ca. 100 Mio. Euro auf 2,9 Mrd. Euro. Dies zeigt der „Deutsche Spendenmonitor“, eine Befragung von 4 000 Bundesbürger durch TNS Infratest.

Schaut man jedoch in die Details dieser Umfrage, dann zeigt sich, dass die Zahl der Spender deutlich zurückgegangen ist. So haben in diesem Jahr nur 39 Prozent der Deutschen gespendet, vier Jahre zuvor waren es noch 50 Prozent. Einen ähnlichen Trend zeigte eine Umfrage der Dresdner Bank vom November. Danach haben in diesem Jahr 56 Prozent der Befragten gespendet oder wollten noch spenden. Im Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 65 Prozent. Mehr als kompensiert wurde dies jedoch dadurch, dass der durchschnittliche Spendenbetrag gestiegen ist. „Erfreulich ist, dass die Menschen, die derzeit weniger finanzielle Sorgen haben, offenbar als Großspender einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung sozialer Aufgaben leisten“, sagte Jan Borcherding von TNS Infratest.

Diese Verschiebung macht die Arbeit für die Hilfsorganisationen nicht einfacher. „Es wird schwieriger, neue Unterstützer zu finden“, fürchtet Jürgen Pothmann, Sprecher der Hilfsorganisation World Vision. Entsprechend setzen alle Organisationen auf ein Anziehen der Konjunktur. „Wir gehen davon aus, dass sich die besseren Konjunkturaussichten auf das Spenderverhalten übertragen“, hofft Thomas Kurmann von Ärzte ohne Grenzen.

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