Hintergrund
Auf und ab: Wahlergebnisse bei Parteitagen

Ausreißer nach unten bei Wahlen der Parteispitze sind in der CDU wie in anderen Parteien keine Seltenheit. In der Regel sorgen innerparteiliche Differenzen für solche Dämpfer.

HB HAMBURG. Einigkeit und Erfolge werden hingegen belohnt.

So hat der langjährige CDU-Vorsitzende Helmut Kohl (1973 bis 1998) Triumphe und Rückschläge erlebt. Bei zwölf Wiederwahlen nach 1973 ging es fünf Mal aufwärts und sieben Mal abwärts. Bevor er 1979 auf dem Parteitag in Kiel von 94,7 auf 83,4 % abstürzte, hatte er bei der Diskussion über den Kanzlerkandidaten der Union keine gute Figur gemacht und eine Diskussion über die Trennung von Partei- und Fraktionsvorsitz laufen lassen. Als Kanzler hatte er auch 1987 in Bonn einen zweistelligen Dämpfer hinzunehmen. Damals schwelten ein Strategiestreit mit der CSU und die Kieler Barschel-Affäre.

Kohl hatte andererseits überwältigende Ergebnisse. Bei der ersten Wiederwahl kam er 1975 auf 98,4 % der Stimmen. 1981 gab es ein zweistelliges Plus auf 96,1 %. Kohls Verdienste um die Einheit belohnte die Delegierten 1990 mit 98,5 %. Das waren 20 Punkte mehr als 1989, als Parteirebellen in Bremen seinen Sturz planten.

Nach dem Abgang Oskar Lafontaines als SPD-Chef bekam Gerhard Schröder im April 1999 mit nur 76 % die Quittung für den Fehlstart der rot-grünen Regierung. Im Dezember des selben Jahres verbesserte er sich wieder deutlich auf 86,3 %. 2001 entsprachen 88,6 % einer Serie von Stimmengewinnen bei Landtagswahlen. Mit dem „ehrlichen Resultat“ (Schröder) von 80,8 % quittierte die Traditionspartei im November 2003 in Bochum die „Zumutungen“ seiner Reform-„Agenda 2010“. Schröders Nachfolger Franz Müntefering knüpfte 2004 mit 95,1 % an Traumergebnisse der ersten Nachkriegsjahrzehnte an.

Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber kam 1999 als Nachfolger von Theo Waigel mit 93,4 % ins Amt. Seitdem konnte er seine Wahlergebnisse kontinuierlich verbessern. Guido Westerwelle, FDP-Chef seit 2001, sackte bei seiner ersten Wiederwahl 2003 von 88,9 auf 79,8 %. Kritiker lasteten ihm Fehler in der Möllemann-Affäre und „Kasperletheater“ im Bundestagswahlkampf 2002 an.

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