Hintergrund
Bundeswehr wird seit Jahren drastisch verkleinert

In den vergangenen Jahren sind die Veränderungen bei der Bundeswehr schnell vorangetrieben worden. Peter Struck macht da weiter, wo seine Vorgänger aufgehört haben.

HB HAMBURG. Am Tag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 hatte der Bonner Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg (CDU) 585 000 Soldaten und 215 000 zivile Mitarbeiter unter seinem Kommando. Seitdem wurde die Personalstärke auf jetzt 285 000 Soldaten und 120 000 Zivilisten verringert. Viele Kasernen, Depots und andere Militäranlagen wurden dicht gemacht. Mit seiner neuen Streichliste knüpft Minister Peter Struck (SPD) an Maßnahmen seiner Vorgänger an.

1990 hatte die Bundeswehr zunächst 90 000 Soldaten und 47 000 zivile Mitarbeiter der aufgelösten DDR-Volksarmee (NVA) und etwa 2 000 militärische Anlagen im Osten übernommen. Wie im Zwei-Plus-Vier- Vertrag mit den früheren Besatzungsmächten vorgesehen, wurde gleich danach eine erste drastische Verringerung in Angriff genommen: Bis 1994 wurde die Truppenstärke auf 370 000 Mann reduziert. Im Westen wurden mehr als 330 Dienststellen aufgelöst und mehr als 200 Standorte geschlossen. Im Osten traf es binnen weniger Monate 2300 Dienststellen und 35 Standorte der alten NVA. Am Ende der Amtszeit von Stoltenbergs Nachfolger Volker Rühe (CDU) gab es 1998 nur noch insgesamt 330 000 Soldaten und 143 000 Zivilkräfte.

Nach dem Regierungswechsel zu Rot-Grün leitete der damalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) 2001 die nächste Verkleinerung ein. Bis 2004 sollte die Zahl der Soldaten von 340 000 auf 285 000 verringert werden. Damit verbunden war der bislang nur zum Teil erfüllte Plan, die Stationierungsorte von damals 609 auf 505 zu verringern. Von den Standortschließungen waren damals Bayern und Niedersachsen besonders betroffen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%