Hintergrund
Die neue Finanzierungsregelung für Zahnersatz

Der Zahnersatz-Kompromiss zwischen Regierung und Union ist passé. Nun wird die Leistung doch nicht aus der gesetzlichen Krankenkasse ausgegliedert. Dafür wird die Last für die Versicherten größer.

HB BERLIN. Koalition und Opposition hatten vor gut einem Jahr im Zuge der Beratungen über die Gesundheitsreform eine Pauschal-Lösung für die Finanzierung des Zahnersatzes gefunden. Sie sah vor, dass der Zahnersatz vom 1. Januar 2005 an aus der gesetzlichen Versicherung ausgegliedert werden sollte. Statt dessen sollte eine gesonderte Versicherung abgeschlossen werden, die auf rund sieben Euro pro Kopf und Monat geschätzt wurde. Diese Vereinbarung wurde jetzt umgestoßen. Dies begründet die Bundesregierung vor allem mit zu hohen Verwaltungskosten von zwei Euro monatlich.

Vom 1. Juni 2005 an sieht die Rechnung - am Beispiel eines Beitragssatzes von 14 %, von dem jeweils sieben Prozent vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer getragen werden - anders aus. Der Zahnersatz bleibt eine Kassenleistung, der höhere Beitrag dafür ist aber keine Pauschale, sondern einkommensabhängig. Zunächst wird per Gesetz der Beitrag um 0,9 Punkte gesenkt, im Beispielfall also auf 13,1 %. Davon zahlt der Arbeitgeber die Hälfte, also 6,55 (statt 7,0) Prozent. Zugleich zahlt der Arbeitnehmer aus eigener Tasche zusätzlich 0,4 Punkte für den Zahnersatz und 0,5 Punkte für das Krankengeld. Sein Beitrag von 6,55 % erhöht sich also um 0,9 Prozentpunkte auf 7,45 %.

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