Hintergrund
Eckpunkte der Unternehmensteuerreform

Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe der Koalitionsparteien hat sich auf das Konzept für eine umfassende Reform der Unternehmenssteuern in Deutschland geeinigt. Sie soll Deutschland im europäischen Vergleich wieder mit Konkurrenzfähig machen. Derzeit erhebt die Bundesrepublik im Vergleich die höchsten Steuersätze. Mit der Absenkung wird sie im Mittelfeld liegen. Das sind die Eckpunkte der Reform:

Steuerlast und Kosten

Derzeit beträgt die Steuerlast aus Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag im Durchschnitt 38,65 Prozent. Die tatsächliche Höhe hängt von der Gemeinde und deren Hebesatz ab. Dieser ist in großen Städten zumeist höher als in ländlichen Gemeinden. Die große Koalition will die Steuerlast auf 29,83 Prozent senken. Die Kosten der Reform sollen zu Beginn nicht mehr als fünf Mrd. Euro betragen. Später erhoffen sich die Koalitionäre, dass durch die niedrigeren Sätze wieder mehr Unternehmen ihre Gewinne in Deutschland versteuern. Insgesamt entlastet die Koalition die Unternehmen um rund 30 Mrd. Euro - die Gegenfinanzierung beträgt etwa 25 Mrd. Euro.

Reform der Körperschaftsteuer

Die Experten beschlossen, den Satz der Körperschaftsteuer von 25 auf 15 Prozent zu reduzieren. Zur Gegenfinanzierung plant die Koalition eine neue Berechnungsgrundlage des Gewinns. Dazu führt sie eine Zinsschranke ein. Grob gesprochen werden dabei Gewinn und Zinsausgaben ins Verhältnis gesetzt. Übersteigt das Ergebnis 30 Prozent, können die Ausgaben nicht mehr komplett abgesetzt werden. Allerdings ist ein Vortrag möglich.

Zusätzlich ist eine so genannte „Escape Klausel“ vorgesehen. Können Kapitalgesellschaften nachweisen, dass etwa ihre ausländischen Töchter eine ähnliche Finanzierungsstruktur wie sie selbst aufweisen, so gilt die Schranke nicht. Die meisten Personengesellschaften werden vom der Regelung verschont, weil sie die vorgesehene Freigrenze von einer Million Euro nicht überschreiten. Liegen sie drüber, werden die gesamten Zinsausgaben zur Anrechnung gebracht. Im Gegenzug wollen die Koalitionäre die komplizierte Regelung zur Gesellschafter-Fremdfinanzierung abschaffen.

Mit der Zinsschranke wollen SPD und Union verhindern, dass international arbeitende Firmen ihr Konzerngeflecht nutzen, um Gewinne in Niedrigsteuer-Ländern anfallen zu lassen und Verluste in Hochsteuer-Ländern abzuschreiben.

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