Deutschland
Hintergrund: Toll Collect und die Maut

Das Betreiberkonsortium für die Umsetzung der Lkw-Maut ist unter dem Namen Toll Collect an den Start gegangen. Bei der Lkw-Maut sollen Lastwagen ab zwölf Tonnen auf den deutschen Autobahnen zahlen.

HB BERLIN. Gesellschafter der Toll Collect GmbH sind die Daimler-Chrysler-Tochter Daimler-Chrysler Services AG (Berlin) und die Deutsche Telekom AG (Bonn) mit einem Anteil von je 45 %. Mit 10 % ist zudem der französische Autobahnbetreiber Cofiroute S.A beteiligt. Das Stammkapital beträgt fünf Mill. €.

Das Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin und beschäftigt rund 560 Mitarbeiter. Chef von Toll Collect ist seit Mitte März der frühere T- Systems-Manager Christoph Bellmer. Nach etlichen Pannen will Toll Collect das ehrgeizige technologische Projekt bis zum 1. Januar 2005 in den Griff bekommen und in der ersten Stufe anlaufen lassen. Die jährlichen Einnahmen werden auf rund drei Mrd. € geschätzt.

Die größten Probleme hatte es in der Vergangenheit mit den so genannten On Board Units (OBU) gegeben, die in die Lkw eingebaut werden. Mitte des Jahres hatte Toll Collect dann bei der Funktionsüberprüfung eine Erfolgsquote von 99,6 % gemeldet.

Die OBUs ermitteln auf Grund eingespeicherter Daten, ob das Fahrzeug sich auf einer Autobahn befindet und damit mautpflichtig ist. Nach Eingabe der Achszahl und Schadstoffklasse wird dort auch laufend die Mauthöhe ermittelt und per Mobilfunk ans Rechenzentrum nach München weiter geleitet.

Lastwagen ab zwölf Tonnen sollen in Zukunft auf den deutschen Autobahnen durchschnittlich 12,4 Cent Maut pro Kilometer zahlen. Die Bundesregierung hofft, durch die Maut jährlich Einnahmen in Milliardenhöhe zu erzielen. Die Gebühr soll über das satellitengestütztes Erfassungssystem berechnet werden. Das System basiert auf der Kombination aus Mobilfunk und dem satellitengestützten Global Positioning System (GPS), das beispielsweise zur Ortung von Schiffen verwendet wird.

Der Begriff Maut geht zurück auf das althochdeutsche Wort muta: Wegzoll. Im Mittelalter zählten Zölle und Wegegelder zu den bedeutendsten Einnahmequellen. Vor allem in Bayern und Österreich war die Maut bis weit ins 19. Jahrhundert hinein die Gebühr für die Straßen- und Brückenbenutzung. Heute wird die Gebühr vor allem für die Benutzung von Autobahnen und Tunneln erhoben. In den meisten Staaten Europas sind bestimmte Straßen mautpflichtig.

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