Historische Wahl
SPD will Merkel am Dienstag den Rücken stärken

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel wird bei ihrer Wahl zur ersten Bundeskanzlerin am Dienstag voraussichtlich von einer breiten Mehrheit aus Union und SPD unterstützt werden.

HB BERLIN. Auch führende Sozialdemokraten sicherten Merkel am Montag ihr Votum bei der geheimen Abstimmung zu. Die designierte Kanzlerin hatte sich zuvor erstmals in der SPD- Fraktion vorgestellt. Die Unionsfraktion signalisierte mit starkem Applaus, dass sie geschlossen hinter Merkel steht. Die Kanzlerwahl beginnt am Dienstagvormittag um 10.00 Uhr.

Union und SPD wollen mit Merkel erstmals einer Frau das höchste deutsche Regierungsamt übertragen. Mit ihr wäre - 15 Jahre nach der Deutschen Einheit - auch erstmals eine Ostdeutsche an der Regierungsspitze der Bundesrepublik. Der neue SPD-Fraktionschef Peter Struck erwartete ein klares Bekenntnis der sozialdemokratischen Abgeordneten zu einer Kanzlerin Merkel. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir morgen bei der Wahl von Frau Merkel ein deutliches, klares Votum auch aus der SPD- Fraktion bekommen“, sagte Struck. „Sozialdemokraten halten sich an Verträge.“

Der SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck rechnet mit einem „überzeugenden Ergebnis“ für Merkel. Der designierte Vizekanzler Franz Müntefering sagte: „Diese Koalition ist auch unsere Koalition.“ Der neue Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte: „Ich bin sicher, das wird morgen ausgezeichnet gehen.“ Angela Merkel könne sich auf ihre Bundestagsfraktion hundertprozentig verlassen, „nicht nur morgen, sondern auch in den nächsten vier Jahren“.

Bundespräsident Horst Köhler schuf am Montag die Voraussetzung für die Ernennung Merkels zur Regierungschefin einer großen Koalition und Nachfolgerin von Gerhard Schröder (SPD). Das Staatsoberhaupt schlug die 51 Jahre alte Physikerin für die Wahl zur Bundeskanzlerin vor, nachdem Union und SPD am Freitag die Koalition besiegelt hatten. Dies hatte die Verständigung auf Merkel als Kanzlerin eingeschlossen. Nach dem Grundgesetz kann die Wahl des Regierungschefs im ersten Wahlgang nur auf Vorschlag des Bundespräsidenten erfolgen.

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