Hochradioaktive Abfälle
Keine Behälter – Castor-Transport fällt aus

Im kommenden Jahr soll es keinen Castor-Transport aus der französischen Wiederaufbereitunsanlage La Hague ins Zwischenlager Gorleben geben. Grund: ein Mangel an geeigneten deutschen Behältern.

HB SALZGITTER. Die Lieferung hochradioaktiver Abfälle aus Frankreich werde ein Jahr später stattfinden, erklärte das Bundesamt für Strahlenschutzund bestätigte einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Im Herbst dieses Jahres werde zunächst in französischen Behältern Atommüll nach Gorleben gebracht.

Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) sollten bei dem 2009 geplanten Transport neue deutsche Behältertypen zum Einsatz kommen. Dies sei notwendig, weil die zum Transport vorgesehenen Abfälle inzwischen heißer seien, sagte BfS-Sprecher Werner Nording. Die Gesellschaft für Nuklear-Service habe als Hersteller zwar die Zulassung der neuen Behälter beantragt. Die notwendigen Sicherheitsunterlagen habe sie aber nicht rechtzeitig beigebracht.

Die Behälter könnten erst genehmigt werden, wenn ein Zeugnis der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) über thermische und mechanische Eigenschaften vorliege, betonte Nording. Der BAM fehlten aber die Herstellerunterunterlagen, um das Prüfzeugnis zu erteilen. Nach dem Zeitungsbericht hatte die BAM im Dezember in einem Schreiben „Defizite des Antragstellers bei grundlegenden Fragestellungen“ bemängelt.

Atomkraftgegner aus der Region um Gorleben forderten unterdessen, die technischen Probleme mit den Behältern offen zu legen. Die Sicherheit der Castor-Behälter werde seit Jahren nur auf Grundlage von Rechenmodellen behauptet und nicht mit tatsächlichen Tests überprüft, bemängelte die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg. Auch das BFS habe reale Tests wie Brand- und Fallversuche aus Kostengründen abgelehnt.

Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßte die Absage des 2009 geplanten Transports. Bei den Atommülltransporten müsse sich endlich vernünftiges Denken durchsetzen, sagte Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. Da unklar sei, wo ein Endlager eingerichtet werde, dürfe man nicht weiter Atommüll quer durch Europa verschieben.

Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz sollen noch insgesamt 33 Behälter mit stark Wärme entwickelnden radioaktiven Abfällen aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague nach Gorleben gebracht werden. Der im Herbst geplante Transport von elf Atommüllbehältern des französischen Typs TN85 in das Zwischenlager werde demnächst zugelassen, kündigte BfS-Sprecher Nording an.

Nach der Transportpause im kommenden Jahr sollten 2010 und 2011 noch jeweils elf Behälter aus deutscher Herstellung in das Zwischenlager gebracht werden, sagte Nording. Überlegungen, auch den 2009 geplanten Transport mit französischen Behältern durchzuführen, habe man wieder fallen gelassen. Jeder Transport habe durch die Herstellung und das Beladen der Behälter einen langen zeitlichen Vorlauf.

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