Hochschulen
Arbeitgeber für mehr Gesellen an den Unis

Die Wirtschaft fordert schnellere Öffnung der Hochschulen. Lehrlinge sollen studieren können und so die Lücken bei den Ingenieuren füllen. Bislang stellen die "beruflich Qualifizierten" nur ein Prozent der Studenten. BDI und BDA wollen diese Quote bis 2015 auf acht Prozent steigern.
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Berlin. Die deutschen Arbeitgeber drängen Bund, Länder und die Hochschulen, endlich ernst zu machen mit dem Hochschulzugang für Nicht-Abiturienten, die eine Lehre absolviert haben. "Hier sind wir noch nicht glücklich", sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises von Arbeitgebern und BDI mit den Hochschulen, Thomas Sattelberger. "Ein Mechatroniker ist ein ebenso ernst zu nehmender Anwärter auf ein Ingenieurstudium wie ein Abiturient."

In Deutschland erreicht nur ein vergleichsweise geringer Anteil der Schüler die formelle Hochschulreife. Daher ist das Reservoir für die künftig zusätzlich nötigen Akademiker recht klein. Die Wirtschaft hofft, die Lücken mit den "beruflich Qualifizierten" füllen zu können. Bisher stellen diese nur ein Prozent der Studenten.

BDI und BDA wollen die Quote bis 2015 auf acht Prozent steigern, um so vor allem die Nachfrage nach Ingenieuren und Naturwissenschaftlern zu decken. Hier ist die Zahl der Absolventen zuletzt zwar gestiegen, aber noch lange nicht stark genug, um den künftigen Bedarf zu decken. Wenn acht Prozent aller Studenten Gesellen sind, "hätten wir jährlich 30 000 Studenten mehr", rechnet Telekom-Personalvorstand Sattelberger vor.

Schon beim Bildungsgipfel 2008 in Dresden hatten die Länder zugesagt, auch Gesellen bundesweit die Tür zu den Hochschulen zu öffnen. Bisher haben das erst zehn Länder umgesetzt, so die Bildungsexpertin der BDA, Barbara Dorn. "In NRW aber haben die Anhörungen zur Gesetzesänderung noch nicht einmal begonnen", kritisiert Sattelberger.

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Kommentare zu " Hochschulen: Arbeitgeber für mehr Gesellen an den Unis"

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  • "...bildungsmäßig spielte die DDR auf einem weitaus höherem Niveau als die bundesrepublik."

    ?????????????????????????????
    Einbildung ist wohl auch bildung?

  • @ Denkerist (1)

    „in der DDR ging es doch auch, alle Fächer bis ins Abitur zu führen,....“

    Richtig, die DDR war kein föderaler Staat, erst recht keine Demokratie, sondern eine Diktatur von Sowjets Gnaden. Die bundesrepublik war von den Westalliierten besetzt und befindet sich immer noch in diesem Status, auch wenn uns bürgern etwas anderes vorgespielt wird.
    Und da sich die Alliierten nicht nur nach dem WK i, sondern auch nach dem WK ii vor der Schaffenskraft der Deutschen fürchten, haben sie dieses System installiert. Es garantiert ihnen, daß sich die Deutschen nicht nur auf diesem Gebiet mehr mit sich selbst beschäftigen und als Konkurrent auf dem Weltmarkt immer kleiner werden.

    „Und mit dem Zugang an den Hochschulen für Lehrlinge, möglichst noch mit der indirekt geforderten Erfolgsgarantie ziehen wir das Niveau noch weiter runter.“

    ich stimme ihnen zu, das trifft nicht nur für die Hochschulen zu, sondern für das gesamte Schulsystem. Das finden auch intelligente Schüler, wie z.b. mein Sohn, der sich von seinen, mehrheitlich bestenfalls das Mittelmaß erreichenden Mitschülern massiv behindert fühlt. Der Zustand der heutigen Schulen ist dem Umstand des Auftretens der 68er geschuldet, die, heute noch an den Schaltstellen sitzend, die Schule zu einem ideologischen Experimentierfeld gemacht haben, in dem es nur noch bergab geht, weil ja jeder Schüler ein Abitur haben muß. ist das erforderlich? ist es erforderlich alle auf ein Niveau herunterzuziehen?
    in D lenkt die Politik von brennenden Problemen ab, bzw. ignoriert sie, nicht nur im bereich der bildung/Schule.

  • bildung ist der Anfang von allem. Gerade in der frühkindlichen bildung versäumen wir viel - hier liegen die wahren Potenziale.

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