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14.07.2008 

Eine Achillesferse sind die fehlenden Stipendien in Deutschland. Nordrhein-Westfalen hat ein nationales Stipendienprogramm vorgeschlagen - auch hier soll sich der Bund beteiligen.

Die Idee von Herrn Pinkwart setzt darauf, öffentliches Geld mit Spenden der Unternehmen zu kombinieren. Die spannende Frage ist: Wer ist hier die öffentliche Hand? Der Bund ist mit Hochschulpakt und Exzellenzinitiative massiv in Vorleistung gegangen, ebenso wie mit den Aufstiegsstipendien für hervorragende Absolventen der dualen Ausbildung ohne Abitur. Es kann nicht sein, dass immer der Bund angesprochen wird, wenn es ums Geld geht und im Übrigen die Zuständigkeit der Länder reklamiert wird. Stipendien sind nötig - aber das könnte ja auch eine Initiative der Länder und der Wirtschaft sein. Vielleicht beginnen ja einzelne Länder damit und schaffen so einen Wettbewerbsvorteil für ihre Universitäten. Wettbewerb belebt das Geschäft - gerade wenn Hochschulen zunehmend um gute Studenten buhlen müssen.

Kann man solche Stipendien unabhängig vom Bafög zahlen, wie sich NRW das vorstellt?

Das muss geklärt werden. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz wird sich diese Woche damit beschäftigen. Dann sehen wir weiter. Bisher gilt jedenfalls, dass Studenten zumindest aus öffentlichen Kassen nicht doppelt gefördert werden dürfen.

Teile der Wirtschaft finden es aber gar nicht gut, dass Sie die Akademikerquote von 30 auf 40 Prozent steigern wollen. Mittelständler und Handwerker fürchten, es blieben dann zu wenig fitte Schulabgänger für die duale Ausbildung übrig.

Angesichts des Rückgangs der Schulabgänger - schon dieses Jahr sind es 33 000 weniger als 2007 - verstehe ich die Sorge. Hier verbinden sich beide Themen: die Qualifizierung im eigenen Land und die Öffnung für Fachkräfte aus dem Ausland. Nur beides zusammen wird den Bedarf am Ende decken. Klar ist, dass wir mehr akademisch Ausgebildete brauchen, ebenso wie Fachkräfte generell.

Wesentlich teurer als der Hochschulpakt kommt den Bund die Exzellenzinitiative, der wir die Elite-Unis verdanken. Werden Sie für die zweite Runde ab 2012 mehr als 1,5 Milliarden Euro ausgeben?

Entscheidend ist ein gutes Konzept, um die Dynamik fortzusetzen, die in der ersten Runde entstanden ist. Bund und Länder haben in den vergangenen Monaten klargemacht, dass sie die Exzellenzinitiative verstetigen werden. Im Herbst werden die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat ihren Monitoringbericht dazu vorlegen. Dieser wird dann Grundlage für die konkreten Verhandlungen sein.

Wann werden Hochschulpakt II und die Fortsetzung der Exzellenzinitiative festgezurrt?

Wir werden die Weichen dafür im nächsten Jahr stellen.

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