Hochschulen
Zahl der ausländischen Studenten erreicht Rekordwert

Der Studienstandort Deutschland lockt immer mehr Ausländer an: Seit 1997 hat sich ihre Zahl auf knapp 190 000 fast verdoppelt. Damit liegt Deutschland weltweit an dritter Stelle hinter den USA und Großbritannien. Insgesamt kommt heute fast jeder zehnte Student aus dem Ausland. Allerdings ist deren Integration nicht ganz unproblematisch.

BERLIN. Dies ist Ergebnis einer Sonderauswertung der 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks. Eine weitere Steigerung ist jedoch nicht zu erwarten, denn seit 2003 geht die Zahl der ausländischen Studienanfänger wieder zurück.

Ungebremst ist dagegen der Strom deutscher Studenten ins Ausland: Ihre Zahl ist seit 2000 von 52 0000 auf 76 000 gestiegen. „In fünf Jahren soll die Marke von 100 000 erreicht sein“, sagte der Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Andreas Storm (CDU), bei der Vorstellung der Auswertung.

Die mit Abstand meisten ausländischen Studenten kommen aus China. Das liegt zum einen an der Förderung der Chinesen selbst, die soeben ein neues Stipendienprogramm aufgelegt haben. Zum anderen rekrutieren deutscheHochschulen zunehmend aktiv im Reich der Mitte Nachwuchs.

Zum Zeitpunkt der Erhebung im Sommer 2006 gaben knapp zwei Drittel der befragten Ausländer die damals noch flächendeckend geltende Gebührenfreiheit als einen Grund für ein Studium in Deutschland an. Ob die mittlerweile in diversen Ländern eingeführten Gebühren von bis zu 500 Euro pro Semester ein Grund für das nachlassende Interesse ist, sei heute noch nicht klar, sagte der Präsident des Studentenwerkes, Rolf Dobischat. Teilweise sind Ausländer von Gebühren befreit.

Nicht unproblematisch ist die Integration der ausländischen Studenten: Neben der Finanzierung klagen sie vor allem über mangelnden Kontakt zu deutschen Studenten und die schwierige Orientierung im deutschen Studiensystem. „Hier könnten auch die Hochschulen selbst mehr tun“, mahnte Dobischat.

Weltweit schicken China (404 000) und Indien (139 000) die meisten Studenten ins Ausland. Es folgt Korea mit 96 000 und auf dem vierten Platz Deutschland. Die beliebtesten Zielländer deutscher Studenten sind die Niederlande, die viele Studenten an ihre nahe der Heimat gelegenen, gut organisierten Unis locken, und Österreich, das etwa in Medizin mehr Plätze anbietet.

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