Höchste Arbeitslosenquote im Westen und höchstes Wirtschaftswachstum
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Da ist es wieder, dieses Wort. „Gelsenkirchen“. Immer wieder taucht es auf in diesen Wahlkampfwochen. Gelsenkirchen. Es gehört zum Standardrepertoire der Um-Stimmen-Kämpfer.

GELSENKIRCHEN. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse bei „Christiansen“: „Im Übrigen ist es doch auch nicht ein Skandal, wenn mal im Osten in Leipzig etwas besser ist als in Gelsenkirchen oder in einer andere Stadt.“

Auch Angela Merkel liebt es, dieses Wort. Die wirtschaftlichen Unterschiede einzelner Regionen seien „exorbitant“, sagte sie im ZDF. Beispiele? Wiesbaden und Gelsenkirchen. Später schob die CDU-Kanzlerin in spe in der ARD nach: „Trotzdem bin ich natürlich auch eine gesamtdeutsche Politikerin, das heißt, mir liegt auch der Arbeitslose in Gelsenkirchen oder der Arbeitslose im Ruhrgebiet oder im Emsland sehr am Herzen.“

Oder? Für manchen Wahlkämpfer liegt Gelsenkirchen nicht mehr im Ruhrgebiet. Gelsenkirchen ist die Manifestation alles Hässlichen und Asozialen. Gelsenkirchen, das ist der Osten im Westen.

Dieses Bild ist längst schief. Die geschmähte Stadt bewegt sich. Die Volksvertreter müssten das eigentlich wissen. Wenn sie am Lehrter Bahnhof in Berlin aussteigen, ganz nah am Kanzleramt, überwölbt sie eine Röhre aus Glas: Das sind Solarzellen, made in Gelsenkirchen.

In Rotthausen, genauer gesagt. Wie eine Science-Fiction-Kulisse wirken die zwei bläulich schimmernden, von Solarzellen umhüllten Gebäude des niederländischen Scheuten-Konzerns. 100 Leute arbeiten hier, ein neues Werk wird die Zahl fast verdoppeln. Die Photovoltaik bietet 400 Arbeitsplätze für Gelsenkirchen. „Solarstadt“ verkündet ein Pfosten am Stadteingang.

„Wer zum ersten Mal in die Stadt fährt, hat den Eindruck, dass viel passieren muss“, gibt auch Frans van den Heuvel zu, der Geschäftsführer von Scheuten. Warum dann nicht am Hauptsitz in Venlo neu bauen? „Wir hatten in Gelsenkirchen gute Unterstützung von Stadt und Land.“ Da stört auch nicht die hohe Gewerbesteuer, unter den 50 größten Städten sind nur Frankfurt und München teurer: „Nicht immer zählt nur Geld“, sagt van den Heuvel.

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