Höchste Quote in den Stadtstaaten
Zahl der Sozialhilfeempfänger steigt

Immer mehr Deutsche beziehen Sozialhilfe. Erneut erhöht hat sich der Anteil der Minderjährigen unter den Sozialhilfeempfängern. Die gesamten Kosten für Sozialhilfe sind das fünfte Jahr in Folge gestiegen.

HB WIESBADEN. Ende 2002 bezogen bundesweit rund 2,76 Millionen Menschen eine laufende Hilfe zum Lebensunterhalt. Das waren 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Familienministerin Renate Schmidt (SPD) betonte, Kinderarmut sei für die gesamte Gesellschaft beschämend.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr netto 21,9 Milliarden Euro (plus 3,3 Prozent) nach dem Bundessozialhilfegesetz ausgegeben. Damit sind die Gesamtkosten im fünften Jahr in Folge gestiegen. Je Einwohner betrugen die Kosten im Durchschnitt 266 Euro. Fünf Jahre zuvor waren es noch 241 Euro. Die Sozialhilfequote - also der Anteil der Hilfebezieher an der Gesamtbevölkerung - blieb im vergangenen Jahr mit 3,3 Prozent jedoch konstant.

Am Jahresende 2002 lebten rund 2,1 Millionen Sozialhilfeempfänger im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) und 406 000 in den neuen Ländern (ohne Berlin). Während sich die Empfängerzahl im Westen im Vergleich zu 2001 um 2,0 Prozent erhöhte, stieg sie im Osten mit 7,0 Prozent deutlich stärker an. Dennoch ist die Sozialhilfequote mit 3,2 Prozent im Westen weiterhin höher als im Osten (3,0 Prozent).

Unter den Bevölkerungsgruppen erhalten Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit einer Quote von 6,6 Prozent (2001 = 6,5 Prozent) relativ häufiger Sozialhilfe als Menschen über 65 Jahre (1,3 Prozent). Frauen beanspruchten mit einer Quote von 3,7 Prozent öfter Sozialhilfe als Männer (3,0 Prozent). Ausländer haben mit 8,4 Prozent eine deutlich höhere Sozialhilfequote als Deutsche (2,9 Prozent).

Die höchsten Quoten gab es Ende 2002 - wie in den Jahren zuvor - in den Stadtstaaten Bremen (8,9 Prozent), Berlin (7,4 Prozent) und Hamburg (7,0 Prozent). Unter den Flächenländern haben Schleswig- Holstein (4,3 Prozent) und das Saarland (4,2 Prozent) die höchsten Werte. Die niedrigsten Quoten weisen Bayern (1,8 Prozent), Baden- Württemberg (2,1 Prozent) und Thüringen (2,2 Prozent) auf.

Schmidt sagte: „Kinder und Jugendliche brauchen gute Bedingungen für ihr Aufwachsen.“ Die Bundesregierung wolle der Kinderarmut mit einem Kinderzuschlag von bis zu 140 Euro pro Monat für gering verdienende Eltern entgegenwirken. Insgesamt könne rund 150 000 Kindern damit geholfen werden. Zudem sei es mit der Einführung der sozialen Grundsicherung gelungen, die Altersarmut fast ganz zu beseitigen.

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