Höchster Stand seit Kriegsende befürchtet
Experten: Mehr Kinderarmut durch Reformen

Einen Anstieg der Kinderarmut in Deutschland befürchtet der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Schneider. Grund dafür seien die Sozialreformen.

HB BERLIN. Experten rechnen, dass durch die geplanten Reformen und die damit verbundenen sozialen Einschnitte Kinderarmut in Deutschland zunimmt. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die von der Sozialhilfe leben müssen, werde in den kommenden zwei Jahren von einer Million auf 1,5 Millionen ansteigen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, der «Welt am Sonntag».

Nach einer Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes könnte die Zahl der als arm definierten Minderjährigen in Deutschland wegen der beschlossenen Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe um 500 000 steigen. Durch die damit verbundenen Leistungskürzungen wachse die Zahl der Sozialhilfeempfänger von derzeit 2,8 Millionen auf 4,5 Millionen, sagte Schneider. Das sei der höchste Stand seit Kriegsende. Besonders hart treffe es dabei die Kinder. So werde künftig jedes zehnte Kind in Deutschland unter die Armutsgrenze fallen; bisher sei es jedes 15. Kind.

In Deutschland gilt als arm, wer 50 Prozent unterhalb des unteren durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens liegt.

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