Höcke, Pretzell, Gauland
AfD sucht Nähe zu französischen Rechtsextremen

Führende AfD-Politiker werben für eine Kooperation mit dem Front National im EU-Parlament. Eine Zusammenarbeit mit den französischen Rechten soll aber nur ein „Zwischenschritt“ zu einem größeren Bündnisprojekt sein.

BerlinSpitzenpolitiker der AfD machen keinen Hehl daraus, wo sie ihre Partei gerne sähen – in der Nähe der rechtsextremen, ausländerfeindlichen Front National (FN). Am Wochenende forderte der Thüringer Landeschef Höcke ein Treffen von Parteichefin Frauke Petry mit der FN-Vorsitzenden Marine Le Pen, „um sich auszutauschen und zu sehen, wo es Gemeinsamkeiten gibt“. Petry selbst soll jedoch schon klargemacht haben, dass sie kein Treffen mit Le Pen geplant habe. Doch ihr Lebensgefährte, der AfD-Europaabgeordnete Pretzell, ist da schon weiter.

Pretzell will sich der  von Le Pen angeführten EU-Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“ (ENF) anschließen. Zur ENF gehören neben der FN auch die Freiheitspartei des niederländischen Islam-Gegners Geert Wilders, die italienische Lega Nord und die rechtspopulistische FPÖ aus Österreich.

In der AfD ist eine Zusammenarbeit mit der FN umstritten. So hatte etwa Parteichef Jörg Meuthen Vorbehalte geäußert. Der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland erklärte hingegen kürzlich in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ): „Man muss die FN ja nicht lieben, aber es kann der Moment kommen, in dem man sagen muss, wir können mit dem FN zusammenwirken, auch wenn wir nicht mit allem einverstanden sind, wofür er steht.“

Dieses Zusammenwirken soll allerdings erst der Anfang einer größeren Entwicklung sein. Pretzell, der auch Chef der NRW-AfD ist, zitiert auf seiner Facebook-Seite den FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky, der von einem „Zwischenschritt zur nächsten Etappe“ spricht. Die „Freiheitliche Partei Österreichs“ (FPÖ) ist ein wichtiger Partner für die AfD. Um ihre Zusammenarbeit zu forcieren haben sich beide zu einer „Blauen Allianz“ zusammengeschlossen.

Vilimsky, der die FPÖ-Delegation im EU-Parlament anführt,  nennt denn auch klar beim Namen, worum es dabei geht: Die Zusammenführung EU-kritischer Kräfte unter dem Dach einer gemeinsamen Fraktion. Der Österreicher und AfD-Freund hat dabei auch die von der rechtspopulistischen britischen UKIP-Partei dominierte EFDD im Blick, der auch Pretzells Parteikollegin Beatrix von Storch angehört.

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