Höhen und Tiefen der Partei- und Fraktionschefin
Chronologie: Die „Ära Merkel“

Wir zeichnen in einem knappen Überblick die Höhen und Tiefen der Partei- und Fraktionschefin Angela Merkel nach.

HB DÜSSELDORF. Angela Merkel hat als Parteichefin der CDU und Fraktionsvorsitzende der Unions-Parteien Höhen und Tiefen durchlebt:

Juli 2000: Erster Fehlschlag drei Monate nach der Wahl zur CDU- Chefin: Die rot-grüne Steuerreform passiert mit Hilfe „umgekippter“ CDU-Länder den Bundesrat. Im Mai wiederholt sich die Niederlage bei der Rentenreform.

Oktober 2000: Merkel trennt sich von ihrem Generalsekretär Ruprecht Polenz. Nachfolger des „Missgriffs“ wird Laurenz Meyer.

Oktober 2001: Die Berliner CDU erleidet mit dem gegen Merkels Rat angetretenen Spitzenkandidaten Frank Steffel eine schwere Niederlage.

Januar 2002: Merkel verzichtet nach langem Tauziehen zugunsten von CSU-Chef Edmund Stoiber auf die Kanzlerkandidatur.

April 2002: In Sachsen-Anhalt beginnt eine lange Erfolgsserie bei Wahlen. Dort, wie später in Niedersachsen und zuvor schon in Hamburg, wird die SPD in die Opposition verwiesen.

September 2002: Nach knapp verlorener Bundestagswahl verdrängt Merkel mit Stoibers Unterstützung Friedrich Merz als Fraktionschef.

Dezember 2003: Merkel triumphiert auf dem Parteitag in Leipzig: Sie setzt ihr Konzept einer Gesundheitsprämie durch und lässt auch das Steuerkonzept ihres Rivalen Merz passieren. Gastredner Stoiber erhält nur müden Applaus.

Januar 2004: Die CSU kontert mit einem eigenen Steuerkonzept. Die „unsozialen“ Gesundheitspläne der Schwesterpartei attackiert CSU-Sozialexperte und Merkel-Vize Horst Seehofer mit zunehmender Härte.

März 2004: Merkel setzt gegen parteiinterne Vorbehalte Horst Köhler als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten durch. Sie übergeht damit ihren Amtsvorgänger Wolfgang Schäuble.

Juni 2004: Mit der Europawahl beginnt der Sinkflug der CDU in der Wählergunst. Die Umfrageergebnisse sowohl für die Union als auch für Merkel selbst werden seither immer schlechter.

Oktober 2004: Mit Merz' Rückzug aus der Partei- und Fraktionsspitze verliert Merkel einen der profiliertesten CDU- Wirtschaftsexperten an ihrer Seite. Kurz danach verwirft Merkel den Plan einer Unterschriftenaktion gegen den EU-Beitritt der Türkei.

November 2004: Merkel und Stoiber einigen sich auf einen Kompromiss im Gesundheitsstreit, ernten dafür aber heftige Kritik. Seehofer tritt als Fraktionsvize zurück. Damit hat Merkel innerhalb weniger Wochen zwei ihrer wichtigsten Hintermänner verloren.

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