Höhenflug der Piraten
Geschäftsführerin warnt vor Überforderung ihrer Partei

So langsam wird den Piraten ihr eigener Erfolg unheimlich. Geschäftsführerin Marina Weisband sieht ihre Partei vor gewaltigen Herausforderungen - denn bislang hätten die Piraten das Programm einer Zwei-Prozent-Partei.
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Berlin/DüsseldorfPiratenpartei-Geschäftsführerin Marina Weisband sieht im schnellen Erfolg ihrer Partei auch Gefahren. Das Tempo des Wachstums könne die Partei überfordern, sagte Weisband der „Berliner Zeitung“.

„Wir haben das Geld einer 0,2-Prozent-Partei, Programm und Struktur einer 2-Prozent-Partei - aber an uns werden die Erwartungen einer 12-Prozent-Partei gestellt“, sagte Weisband angesichts des neuen Umfrage-Ergebnisses von bundesweit zwölf Prozent für ihre Partei.

„Anscheinend treffen wir einen Nerv und werden gebraucht“, erklärte Weisband. Also müsse sich die Partei jetzt schnell entwickeln. Bisher habe das immer geklappt. Die Partei sei optimistisch und setze weiter auf Themen wie Freiheit im Internet, direkte Demokratie und Bürgerrechtsschutz auch im Netzzeitalter.

Die Piratenpartei will aber zudem auf mehr politischen Gebieten konkrete Konzepte entwickeln. „Wir müssen jetzt noch stärker als vorher darauf achten, dass wir grundsätzliche Positionen auch zu neuen Themen verabschieden“, sagte der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Sebastian Nerz, der „Rheinischen Post“.

Der bundesweite Langzeittrend konstant über fünf Prozent seit der Wahl in Berlin zeige, dass die Arbeitsweise der Piratenpartei und ihr Verständnis von offener Politik bei den Menschen ankämen, fügte er hinzu.

Laut dem am Dienstag veröffentlichten Forsa-„Wahltrend“ von „Stern“ und RTL kletterte die Piratenpartei zuletzt im Vergleich zur Vorwoche um fünf Punkte auf zwölf Prozent - das ist der beste Wert seit der Parteigründung im September 2006. Bei der Landtagswahl im Saarland hatten die Piraten 7,4 der Stimmen erreicht. In das Berliner Abgeordnetenhaus zog die Partei 2011 mit 15 Sitzen ein.

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  • ist schon komisch. niemand kann auf der welt die piraten stoppen. sei es am horn von afrika oder hier in deutschland. hauptsache die piraten werden keine freibeute im dienste der finanzmafia. dann können sie meinetwegen auch den bundestag aufmischen.

  • Der bundesweite Langzeittrend konstant über fünf Prozent seit der Wahl in Berlin zeige, dass die Arbeitsweise der Piratenpartei und ihr Verständnis von offener Politik bei den Menschen ankämen, fügte er hinzu.
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    das sehe ich noch nicht ganz so.
    Derzeit wählt die Mehrheit die Piraten aus Protest gegen die etablierten Parteien.
    Und dann wird man sehen müssen, ob sie wirklich so liberal sind wie sie sagen, oder ob sie doch nur wieder eine weitere linke Partei sind.
    Dann dürfte es mit der Zustimmung auch schnell wieder vorbei sein

  • @Erklaerbaer

    "China ist sehr wohl ein dem Kapitalismus ähnliches System, allerdings ein vom Staat gelenktes."

    Ein wesentliches Merkmal des Kapitalismus ist jedoch die Privatwirtschaft und die kann es eben nur in einem freien und damit auch demokratischen System geben. China wir in nicht allzuferner Zukunft eh entweder demokratisch oder untergehen ...

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