Höhere Einnahmen erwartet
Mauteinnahmen steigen von Monat zu Monat

SPD-Verkehrsexperte Beckmeyer geht davon aus, dass der Bund in diesem Jahr mehr Mauteinnahmen verbuchen wird als zunächst geplant. Auch im März lagen die Erlöse über den Erwartungen.

HB BERLIN. Die Einnahmen des Bundes aus der Lkw-Maut steigen von Monat zu Monat. Wie die «Süddeutsche Zeitung» am Samstag unter Berufung auf das Bundesverkehrsministerium berichtete, brachte die Maut zur Autobahn-Nutzung durch Lastwagen im März knapp 240 Millionen Euro ein. Im Januar hatte der Bund 209 Millionen Euro eingenommen, im Februar 217 Millionen Euro.

Die Märzeinnahmen überträfen die Erwartungen, da die transportschwachen Osterfeiertage in den März fielen, berichtete die Zeitung weiter. Damit sind in den ersten drei Monaten gut 660 Millionen Euro an den Bund geflossen. Das Geld ist für Investitionen in Straßen und Schienenwege vorgesehen. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) will am Montag die Bilanz der ersten 100 Tage Lkw-Maut ziehen.

Der Verkehrsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Uwe Beckmeyer, zeigte sich überzeugt, dass die für 2005 geplanten Mauteinnahmen von drei Milliarden Euro um 500 Millionen übertroffen werden können. Von der Summe erhält der Betreiber des Mautsystems, das Konsortium Toll Collect, eine Vergütung von 600 Millionen Euro. «Die Einkünfte entwickeln sich gut, das System funktioniert», sagte Beckmeyer.

Wie die «Süddeutsche Zeitung» weiter berichtete, haben sich die Mauteinnahmen auch in dder ersten Aprilwoche gut entwickelt. Bis zu zwölf Millionen Euro täglich seien erreicht worden, so das Blatt. Im Verkehrsministerium würden diese Zahlen als Beleg dafür gewertet, dass Lastwagen kaum Bundesstraßen als mautfreie Ausweichstrecken nutzen.

In einigen Städten klagen allerdings Anwohner über zusätzliche Lkw-Kolonnen. Bund und Länder lassen derzeit an neuralgischen Punkten die durchfahrenden Lkw zählen. Bis zum Spätsommer sollen verlässliche Daten vorliegen und dann entschieden werden, ob und welche Bundesstraßen als Ausweichstrecken gelten, auf denen ebenfalls eine Maut erhoben wird.

Derweil forderte der Präsident des Automobilclubs ADAC, Peter Meyer, eine Ausweitung der Maut ganz anderer Art: Im Magazin «Focus» plädierte er dafür, bereits Lkw ab 3,5 Tonnen auf Autobahnen mautpflichtig zu machen. Bisher gilt die Mautpflicht ab zwölf Tonnen. Außerdem wolle er die Gebühr so gestalten, dass ein Anreiz für hohe Beladung entstehe. «Besser, es fährt ein 40-Tonner vorbei als drei Fahrzeuge mit jeweils 15 Tonnen.»

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