Hoffen auf Kehrtwende bei Huber
Metaller im Süden wollen außerordentlichen Gewerkschaftstag

Gewerkschaftsfunktionäre und Betriebsräte aus Bayern und aus Baden-Württemberg dringen auf eine rasche Lösung des Führungsproblems in der IG Metall und fordern einen außerordentlichen Gewerkschaftstag.

Reuters STUTTGART. Aus den Betrieben komme immer lauter die Forderung nach Einberufung eines außerordentlichen Gewerkschaftstags, sagte ein Sprecher des bayerischen Bezirkschefs Werner Neugebauer am Donnerstag in München. Dazu müsse nicht einmal ein Personalvorschlag auf dem Tisch liegen. „Wenn man einlädt, hat man immer noch zwei Wochen Zeit“, sagte er. „Wir haben unter unseren Ehren- und Hauptamtlichen so großes Potenzial.“

Auch der Betriebsratschef von Porsche, Uwe Hück, forderte eine rasche Entscheidung. „Bis zum 1. September ist es zu lang“, sagte er. „Bei uns brennt es, und keiner löscht. Da kann der Feuerwehrmann auch nicht erst in Urlaub gehen, sonst gibt's nichts mehr zu löschen“, beschrieb Hück die Lage.

Einem Vorsitzenden Jürgen Peters gibt man im Süden, wo das so genannte Reformer-Lager in der Mehrheit ist, keine Chance mehr. „Peters hat sich durch sein Verhalten diqualifiziert“, sagte ein Funktionär in Stuttgart über den stellvertretenden IG-Metall-Vorsitzenden. „Der gehört vom Steuer weg“, forderte Hück. „Es kommen reihenweise Faxe: Jürgen Peters raus aus der IG Metall“, beschrieb Neugebauers Sprecher die Stimmung an der Basis. Er werde keinen zweiten Mann unter den Reformern finden. Unter den ins Spiel gebrachten Namen sei sicher keiner bereit, neben dem derzeitigen Gewerkschaftsvize zu kandidieren, sind sich die Funktionäre aus dem Süden sicher.

Dazu zählen auch die Gesamtbetriebsratsvorsitzenden von Daimler-Chrysler und BMW, Erich Klemm und Manfred Schoch. Beide waren für Stellungnahmen nicht erreichbar. „Alle Namen, die man jetzt in den Ring wirft, sind schon tot“, sagte ein Funktionär. Porsche-Betriebsrat Hück hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich der baden-württembergische Bezirksleiter Berthold Huber nach einem Rücktritt von Peters doch erweichen lässt. „Ich bin überzeugt, dass er sich wieder einwechseln lassen würde.“ Huber will sich am Freitag erstmals nach seinem kategorischen Verzicht auf eine Kandidatur zur Lage der Gewerkschaft äußern.

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