Hoffnungsträger Lindner schwört FDP auf Pro-Europa-Kurs ein

Letzte Hoffnung Lindner? Der neue FDP-Chef spricht seiner Partei beim traditionsreichen Dreikönigstreffen Mut zu. Ob's hilft, werden etliche Wahlen 2014 zeigen. Den Kurs dafür hat Lindner in Stuttgart bereits abgesteckt.
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Lindner: „Wir sind so unabhängig wie nie zuvor“

StuttgartFDP-Parteichef Christian Lindner hat seine aus dem Bundestag ausgeschiedene Partei zum Jahresauftakt auf einen Neustart eingeschworen. Beim traditionellen Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart forderte er die Liberalen auf, die Wahlniederlage vom September auch als Chance zu begreifen. Er bekräftigte den Pro-Europa-Kurs der FDP, sprach sich aber auch für Reformen in der EU aus. „Für seine Zukunft braucht Europa weder Skepsis noch Romantik. Europa braucht mehr Realismus und Bürgernähe“, rief er unter Applaus den rund 1400 Zuhörern im voll besetzten Opernhaus zu.

Die EU müsse den Mut haben, ihre Probleme anzugehen, sagte er mit Blick auf die anhaltende Eurokrise und übermäßige Bürokratie in Brüssel. In Europa trage eine „fatale Mischung aus Technokratie und Pathos“ dazu bei, dass die Menschen den Eindruck hätten, ihnen wichtige Themen würden in Brüssel nicht wahrgenommen. Dies wirke sich wie ein Konjunkturprogramm für „Bauernfängerparteien“ wie die UKIP in Großbritannien, die Le-Pen-Bewegung in Frankreich und die AfD in Deutschland aus, sagte der FDP-Chef.

Nach der Wahlniederlage und der personellen Neuaufstellung sieht Lindner seine Partei nun in einer historischen Lage mit großen Chancen: „Wir sind so unabhängig, in der Sache und politisch, wie niemals zuvor in unserer Geschichte. Und das ist die neue Stärke der FDP: die Unabhängigkeit im Urteil und die Eigenständigkeit in der Sache.“ Viele Menschen in Deutschland wünschten sich eine starke liberale Partei. „Wir haben es in der Hand“, sagte er am Ende seiner Rede, für die er zwei Minuten und zehn Sekunden Applaus bekam.

Die Liberalen hatten 2013 erstmals in der Nachkriegsgeschichte den Einzug in den Bundestag verpasst. Gebrochene Wahlversprechen, soziale Kälte, interne Machtkämpfe und die Bindung an die Union gelten als die zentralen Fehler der Vergangenheit. 2014 stehen neben der Europawahl im Mai drei Landtagswahlen im Spätsommer sowie übers Jahr verteilt elf Kommunalwahlen an, bei denen die FDP wieder Boden gutmachen will. Zum traditionellen Jahresauftakt in Stuttgart waren neben Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher auch Ex-Fraktionschef Rainer Brüderle und Ex-Parteichef Wolfgang Gerhardt gekommen.

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17 Kommentare zu "Hoffnungsträger: Lindner schwört FDP auf Pro-Europa-Kurs ein"

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  • Allein Lindner der sympathischer wirkt als es Westerwelle je war, wird die FDP nicht aufrichten. Bei den" Greisen "im Zuschaueraum , wartete man auf die Schwestern, die in weissen Kitteln, den warmen Brei reichen. Fazit der Rede wo nichts neues erkennbares kam , war das die FDP immer noch Platz im Einheitsbrei Bundestag findet. Wäre die FDP ein Pferd, müsste das aus Humanitären Gründen auf der Stelle erschossen werden.

  • @ Nachwuchs
    die Bundeswehr kam erst später ins Spiel; ich meinte Genscher`s Haltung zu Kroatien, das er zur Selbstständigkeit animierte und westliche "Unterstützung" zusagte; was letztlich zum Jugoslawienkrieg führte.

  • Lindner ist genauso ein Kretin, wie Westerwelle, der vor der Wahl das Blaue vom Himmel versprochen hat, und nichts davon umgesetzt hat. Man muss schon fragen, was einen kritischen Wähler dazu veranlassen kann, auf Grundlage des vergangenen FDP-Versagens auf voller Linie, noch einmal der FDP seine Stimme zu geben - einer FDP, die heute vollmundig und nassforsch AfD-Positionen übernimmt, und diese Partei desavouiert?!

  • "Lindner schwört FDP auf Pro-Europa-Kurs ein"

    Ob das mal kein Rohrkrepierer wird?

    Genügend Deutsche und andere nationale Bürger des Erdteils Europa haben von diesem Politischen ____haufen die Nase gestrichen voll, samt seiner "Verzapfer" in weltweiten Geheimbünden, die sich gegenseitig auch nicht immer grün waren/sind.

    2014 jährt sich zum 225. mal die Franz. Revolution und zum 100. Mal der Beginn des 1. Weltkriegs. Kein gutes Ohmen.

  • Wollen Sie damit andeuten, die Bundeswehr hat, wie üblich im Ausland vorsätzlich versagt, auf Anweisung der Führung, politisch wie militärisch!!!!

  • Die FDP wird es in unserer Mediendemokratie, in der die öffentlich-rechtlichen Sender und die Privaten Printmedien vor allem links-grünes Beamten-Gedankengut verbreiten, sehr schwer haben, wieder Tritt zu fassen.

    Denn das Wichtigste ist die Rückgewinnung der verlorenen Glaubwürdigkeit. Mit großem Wähler-Vertrauensvorschuss 2009 gestartet, war in der Mitte der Legislaturperiode klar, dass mit dem aalglatten populistischen Koalitionspartner CSU die „kalte Progression“ nicht abgeschafft werden kann.

    „Glaubwürdig“ den Wählern gegenüber wäre nun gewesen, die Koalition platzen zu lassen. Da das nicht geschah – war die FDP nur noch Funktionspartei auf Gedeih und Verderb von Seehofers Launen abhängig.

    Neu erfinden heißt auch, sich auf alte Wurzeln besinnen: es geht nämlich nicht um den konstruierten neo-linken Gegensatz „Sozial“ vs „Wirtschaft“, sondern um verantwortliche soziale Marktwirtschaft, die von liberalen erfunden wurde. Es geht auch um die Rückbesinnung auf die liberalen Schultze-Delitzsch und Raiffeisen, die vor 140 Jahren die Genossenschaften „erfunden“ haben.
    Da ging es nicht um neo-kommunistische „Verteilungsgrechtigkeit“ – sondern um die Gewährung von Aufstiegschancen für tüchtige mittelständische Unternehmer. Jeglicher Couleur und Größe. Denn Wirtschaft und sozial ist kein Gegensatz – sondern Wirtschaft ist Voraussetzung für die soziale Entwicklung.

    Die FDP war lange die Partei der „Leistungsbereiten“ – die aber auch was von Ihrer Anstrengung behalten wollten. Das ist die Zielgruppe einer wichtigen liberalen politischen Kraft in Europa und in Deutschland.

    Wird die FDP das wieder? Ich hoffe es.

  • pleitechris bilderberger.

    Ein kluger mensch hat mal gesagt: "um ein schamgefühl zu bekommen, muss eine mensch ein mindestmaß an intelligenz besitzen"

    Lindner, was hast Du aber glück.

  • Aber die FDP passt gut nach Brüssel:

    Rede von Godrey Bloom (MEP) bei der Debatte “Aktionsprogramm für Steuern in der Europäischen Union für den Zeitraum 2014-2020″ am 21.11.2013 in Straßburg, Europa Parlament.


    Herr Präsident, ich möchte den grossen, amerikanischen Philosophen Murray Rothbard zitieren. Er sagte, dass der Staat eine Institution des Diebstahls ist, wobei Politiker und Bürokraten über Steuern das Geld ihrer Bürger stehlen, um es dann auf schändlichste Weise zu verschleudern.

    Dieser Ort bildet keine Ausnahme!

    Ich finde es faszinierend und kann es kaum glauben, wie ihr keine Miene dabei verzieht, wenn ihr über Steuerflucht redet!

    Die gesamte Kommission und damit verbundene Bürokratie zahlt keine Steuern!

    Ihr zahlt keine Steuern, wie gewöhnliche Bürger!

    Ihr habt alle möglichen Sonderregelungen!

    Zusammengesetzte Steuersätze, hohe Steuerschwellen, beitragsfreie Pensionen…. Ihr seid die größten Steuerhinterzieher Europas und dennoch seid ihr hier am Predigen!

    Diese Botschaft kommt an bei den Bürgern der EU!

    Ihr werdet sehen, wie die Euroskeptiker im Juni (Anm.: 2014) in noch größerer Zahl wiederkommen werden.

    Und ich kann euch sagen: Es wird noch schlimmer kommen!

    Wenn die Leute eure Nummer herausfinden, wird es nicht lange dauern, bis sie diesen Saal stürmen und euch aufhängen werden!

    http://www.youtube.com/watch?v=5OjeGD2bbN4

  • Was die FDP nun zu wollen vorgibt und dass sie - neuerdings unabhängig wie nie zuvor (man hörts und staunt) - "plötzlich" auch europäisch so was wie Standpunkte haben will (im Mai sind EU-Wahlen) - abwarten.

    Nach Lindners Worten wäre es ja besser, die FDP vor "Abhängigkeiten" zu bewahren, damit sie sich endlich mal ungestört von schieren Machterwägungen der "Sache" widmen kann. Da man aber leider keine FDP mit Koalitionsverbot wählen kann, sondern aus der gesamten Geschichte WEISS, dass sie sich immer mit der gerade regierenden Partei ins Bett legt, kaum dass sie sie über 5 % kommt - schade eigentlich.

  • Wieso bedeutet Europa. Deutscghe müssen zu alles zahlen und die eigenen Interessen vergessen. Sie sind nur zum zahlen da und das Sozialamt von Europa. Wieso kommen EU-Bürger nur nach Deutschland um hier zu kassieren? Wieso weigern sich die Staaten in den Heimatländer für Aufschwung zu sorgen? Weil Deutsche Politiker dies vorsätzlich verhindern? Fachkräfte nach Deutschland? Wer soll die Länder aufbauen? Sind deutsche Politiker neue "Nazis" und helfen nur Banker? Warum geht es in den Länder nicht voran?

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