Hohe Mieten
Bürger fordern mehr sozialen Wohnungsbau

Hilferuf aus der Mitte der Bevölkerung: Vielen Menschen in Deutschland wird das Wohnen in den boomenden Ballungsräumen zu teuer. Obwohl die Politik Besserung in Aussicht stellt, ist der Erfolg fraglich.
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BerlinDie Mehrheit der Bundesbürger erwartet, dass der Staat gegen die steigenden Mietpreise in vielen deutschen Großstädten vorgeht. 59 Prozent wünschen sich staatliche Gegenmaßnahmen, wie eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der Zeitung „Welt am Sonntag“ ergab. 37 Prozent der rund 1.000 Befragten seien dagegen. Besonders Geringverdiener erwarteten ein Eingreifen, 68 Prozent der Bürger mit Hauptschulabschluss seien dafür. Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) forderte erneut mehr sozialen Wohnungsbau.

„Vor allem in den Ballungszentren und den Metropolen München, Hamburg, Berlin oder dem Rhein-Main-Gebiet gibt es eine Knappheit an Wohnungen“, sagte er der Zeitung. Es gebe einen akuten Handlungsbedarf gegen die rapiden Mietsteigerungen. Ramsauer hatte den Bundesländern vor knapp zwei Wochen vorgeworfen, nicht genug für den sozialen Wohnungsbau zu tun und das Geld vom Bund dafür nicht sachgerecht einzusetzen. Die Länder wiesen die Kritik zurück.

„Die gute Nachricht ist, dass sich das Investitionsklima eindeutig verbessert hat“, sagte Ramsauer der „Welt am Sonntag“. Höhere Mieten schüfen einen Anreiz für mehr Wohnungsbau. Die steigende Zahl an Wohnungen verursache dann wiederum sinkende Mieten. Eine Studie des Pestel-Instituts in Hannover hatte ergeben, dass in den zehn deutschen Großstädten, die den größten Wohnungsmangel haben, mehr als 100.000 Mietwohnungen fehlen. Bis 2017 könne die Lücke in Deutschland auf über 400.000 Wohnungen anwachsen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Grade der Steuerzahler, mein lieber Newton, benötigt güsntigeren Wohnraum - so muß er doch wegen dieser extrem hohen Stundenlöhne in diesem unserem Lande noch ergänzend Hartzvier beantragen, nech wahr? Und wo werden Vermieter wie Kriminelle behandelt? Der muß keine Schufaauskunft abgeben, der pot. Mieter jedoch schon. Und das finde ich, greift bereits ziemlich elitär in das Persönlichkeitsrecht eines Mieter. Denn - eine saubere Schufa ist kein garant für Mietprellerei oder Vandalismus....

  • Wer heute im sozialen Wohnungsbau Wohnraum schaffen will hat entweder zu viel Geld oder eine Meise.
    Der soziale Wohnungsbau löst keine Probleme,er verschäft sie.

    http://www.bps-niedenstein.de/

  • das Problem ist ja nicht, dass gar nicht gebaut wird. Das problem ist aber, dass am eigentlichen Bedarf vorbei gebaut wird. Es wird vornehmlich im oberen Preissegment und Luxussegment gebaut. Es fehlen auf dem Markt aber kleine und günstige Wohnungen. Bei uns hat man wenigstens Studentenbuden neu hochgezogen. Dem freien Wohnungsmarkt wurden im vergangenen Jahrzehnt aber Wohnungen entzogen: durch Privatisierung kommunaler Wohnungsunternehmen, die ihrerseits Wohnungen zu Eigentumswohnungen ummodelten.
    Durch Sanierungen, die die Mieten ansteigen lassen, durch fehlenden Sozialwohnungsbau, durch Abriss günstiger Wohnungen in guten Lagen mit dem Ziel, dort teure Wohnungen zu platzieren.

    für die günstigen Wohnungen wird der Staat aufkommen müssen, denn das ist für Vermieter nicht lukrativ genug.

    die Einkommensentwicklung vieler Haushalte war auch miserabel.

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