Hohe Strompreise Naturschützer warnen vor Angstmacherei der Politiker

Naturschutzverbände werfen der Regierung vor, die Angst der Verbraucher vor unbezahlbarem Strom anzuheizen. Dadurch verzögere sich die Energiewende. Die Umweltschützer fordern stattdessen, mehr Energie einzusparen.
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Windräder drehen sich vor dem RWE-Kohlekraftwerk Niederaußem: Hohe Preise verstärken Forderungen nach einem Strompreisrabatt. Quelle: dpa

Windräder drehen sich vor dem RWE-Kohlekraftwerk Niederaußem: Hohe Preise verstärken Forderungen nach einem Strompreisrabatt.

(Foto: dpa)

BerlinDer Naturschutzverband BUND hat der Bundesregierung vorgeworfen, die Energiewende zu bremsen und zu zerreden. Die Kritik von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, der Naturschutz behindere den dringend nötigen Leitungsausbau, sei absurd, sagte BUND-Chef Hubert Weiger am Mittwoch in Berlin. Rösler und Umweltminister Peter Altmaier hätten vielmehr ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Zudem schüre die Regierung die Angst der Bürger vor unbezahlbaren Strompreisen durch den Ausbau der erneuerbaren Energien. Zusammen mit den Spitzen des Bundesverbandes Erneuerbarer Energien (BEE) und der Firmen-Initiative Denef warnte Weiger die Regierung, das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) zur Disposition zu stellen.

Die drei Verbände legten ein Sofortprogramm zur Beschleunigung der Energiewende vor. Im Zentrum stehen Vorschläge für mehr Einsparungen und mehr Effizienz bei der Energienutzung. Dabei befürworten sie etwa Prämien, um alte stromintensive Hausgeräte auszutauschen. "Man sollte über eine Abwrackprämie für solche Stromfresser nachdenken", sagte der Vorstandschef der Deutschen Initiative Energieeffizienz (Deneff), Carsten Müller. Die Verbände warfen Umweltminister Altmaier vor, ohne Not von dem Ziel abzurücken, den Energieverbrauch bis 2020 um zehn Prozent zu reduzieren. Die Deneff hält bei der Industrie Einsparungen von 14 Prozent, bei den privaten Haushalten von 17 Prozent und im Handel und Dienstleistungsbereich elf Prozent für machbar.

Ein weiteres Kernelement des Programms der drei Verbände ist ein verbindlicher Fahrplan zur energiesparenden Gebäudesanierung. Eine Schieflage sehen die drei Verbände bei der Finanzierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien zulasten von Haushalten und kleinen Gewerbetreibende und zugunsten der großen Verbraucher. Dies müsse korrigiert und die finanzielle Schonung großer energieintensive Firmen noch einmal überprüft werden. Front machten BEE und DENEFF aber gegen grundlegende Änderungen des EEG. "Eine weitere übereilte Novelle des EEG lehnen wir strikt ab", sagte BEE-Präsident Dietmar Schütz. Er sagte zugleich voraus, dass wegen der hohen Kosten und Risiken von Windkraftanlagen im Meer (Offshore) deren Ausbau weniger massiv hochgefahren wird als bislang geplant. Der Schwerpunkt des Ausbaus werde bei dezentralen Anlagen an Land liegen.

Umweltminister Altmaier hatte im ZDF die Hoffnung geäußert, dass die Strompreiserhöhungen durch die Energiewende im Rahmen gehalten werden können. Rösler traf am Mittwoch mit Vertretern norddeutscher Küstenländer und Netzbetreiber zusammen, um über die Haftung bei Offshore-Windanlagen zu sprechen. Diese ist eines der Haupthindernisse für Investitionen in die Anbindung der Offshore-Anlagen an das Stromnetz.

  • rtr
  • dpa
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6 Kommentare zu "Hohe Strompreise: Naturschützer warnen vor Angstmacherei der Politiker"

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  • wen das passiert melde ich mich ab, denn dann kommt schnell etwas ganz anders auf uns zu:

    http://www.youtube.com/watch?v=qWzGgXe3KXE

  • Nein, Herr Voßkuhle wird das nicht erledigen.
    Der macht ein klein wenig Du, Du, Du und das wars dann. Das Bundesverf.-Gericht ist nicht mehr das, was es mal vor 20 Jahren war

  • Mir machen diese, unsere Politiker tatsächlich Angst. In jedem ordentlich geführten Unternehmen hätten sie ihren Stuhl schon vor der Tür.

    Wenn ich diese aktuellen Meldungen i.S. Griechenland lese und diese annähernd der Wahrheit entsprechen, dann sollten sie alle aus dem Tempel (Reichstag) gejagt werden. Damals war es Jesus, der es selbst gemacht hat. Wird es am 12.09.d.J. Herr Voßkuhle erledigen?

  • Dank der German "Energy-Wende" werden die Strompreise drastisch steigen, das spürt ein Blinder eher als der BUND.

    2 Euro Mehrkosten pro Monat und Haushalt a la Jürgen Trittin ist nur ein reines grünes Märchen.

  • Sobald man "Naturschutz" sagt, setzt bei manchen das Gehirn aus.

    Was wäre, wenn der angebliche "Naturschutz" (oft) nur finanziellen Interessen dient?

    http://www.youtube.com/watch?v=6a67l3qq9MQ

    Ich habe einmal gelesen, dass ein Windrad in der Herstellung mehr Energie verbraucht als es in seinem ganzen "Leben" einfährt. Wurde das untersucht?

  • Es ist ca. 1 Jahr her, da konnte man in vielen veröffentlichten Öko Freak Gutachten lesen:
    Strom wird durch die Erneuerbaren Energien jetzt billiger werden.

    Ich habe in stundenlangem Studium eines Gutachtens die Verlogenheit herausgefunden. Man hat schlicht mit falschen Zahlen gerechnet. Man ging von der Annahme aus, daß der Stromverbrauch in D sich in kurzer Zeit um 25% reduzieren wird. Soweit dazu, nun zum Artikel.

    Ein weiteres Kernelement des Programms der drei Verbände ist ein verbindlicher Fahrplan zur energiesparenden Gebäudesanierung.

    Keine weiteren Auskünfte zur Zwangsbeglückung von Häuslebauern, Vermietern und Mietern.
    Eine Umlegung der hohen Kosten auf die Mieter möchten die realitätsfernen Grünen nicht.
    Apropo Grüne.
    Waren es nicht die Grünen, die die hochenergieverbrauchende Industrie aus globalem Wettbewerbsgründen von den EEG Zulagen ausgenommen hat?

    Schönen Tag noch.

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