Homo-Gleichstellung: CDU-Spitze will offenbar neues Adoptionsgesetz

Homo-GleichstellungCDU-Spitze will offenbar neues Adoptionsgesetz

Die Konservativen in der CDU stemmen sich gegen eine völlige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare. Einem Zeitungsbericht zufolge will die CDU-Spitze trotzdem einen Gesetzesvorstoß zum Adoptionsrecht wagen.
  • 5

BerlinDie CDU-Spitze plant einem Bericht zufolge eine vollständige Freigabe von Adoptionen durch Paare in eingetragenen Partnerschaften.

Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eigene Informationen berichtet, soll nach dem Willen von Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) und CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe noch vor der Sommerpause ein Gesetzesvorstoß zur Gleichstellung von homosexuellen Paaren bei der Adoption auf den Weg gebracht werden. Auch Kanzlerin Angela Merkel und Unionsfraktionschef Volker Kauder (beide CDU) seien eingeweiht, hieß es demnach in Unionskreisen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte in der vergangenen Woche die Rechte homosexueller Paare zur Adoption von Kindern zwar ausgeweitet. Demzufolge dürfen Schwule und Lesben, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, auch ein von ihrem Partner zuvor angenommenes Kind adoptieren. Ein Recht zur gemeinsamen Adoption eines Kindes durch Paare in eingetragenen homosexuellen Partnerschaften gibt es bislang aber nicht.

Die FDP-Familienpolitikerin Miriam Gruß sagte unterdessen der Zeitung "Die Welt", CDU und CSU müssten "endlich die Lebensrealitäten in Deutschland anerkennen" und drängte den Koalitionspartner auch zur steuerlichen Gleichstellung der Homo-Ehe mit der traditionellen Ehe.

"Eingetragene Lebenspartner übernehmen die gleiche Verantwortung füreinander wie Eheleute", sagte sie. Daher müssten sie "endlich auch die gleichen Rechte bekommen und beispielsweise im Steuerrecht gleichgestellt werden".

Auch Thüringens Ministerpräsident Christine Lieberknecht (CDU) sprach sich für eine Anpassung des Steuerrechts aus. Die Urteile des Verfassungsgerichts gingen eindeutig "in die Richtung einer Gleichstellung von Ehe und gleichgeschlechtlicher Partnerschaft", sagte sie der "Thüringer Allgemeinen". Die Gesellschaft verändere sich an dieser Stelle.

Sie wandte sich aber gegen eine Freigabe des vollen Adoptionsrechts. "Es geht um das Kindeswohl, und ein Kind braucht von seiner Veranlagung her einen Vater und eine Mutter", sagte Lieberknecht der Zeitung.

Kommentare zu " Homo-Gleichstellung: CDU-Spitze will offenbar neues Adoptionsgesetz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Bei einer Gleichstellung wird die Union viele, viele Stimmen verlieren. Woch sind die Werte geblieben? Was ist normal auf dieser Welt? Wer zeugt die Kinder? Wer sorgt für den Erhalt des Volkes?

  • Der "Heilige Stuhl" hat zu dem Thema auch längst seine Glaubwürdigkeit verloren.

    Nach außen Homosexualität verdammen und es nach innen ausleben kanns ja wohl nicht sein, oder ?

    breit grins :))


  • Wen schert es schon, was Frau Steinbach und Herr Bareiß daherreden. Wenn Die CDU nicht sehr schnell handelt, wird sich diese in Sachen Gleichstellung erz-konservative Regierung spätestens im Herbst die nächste Klatsche vom Bundesverfassungsgericht einfangen.

    Was die uneinsixhtigen, homophoben Kommenatoren, die sich hier manchmal ausweinen angeht, wird sich eh nichts ändern, aber auch das interessiert eigentlich kaum noch jemanden in einer ansonsten aufgeklärten Gesellschaft.

Serviceangebote