Honorare
Ärzte wollen Milliardenzuschlag

Die niedergelassenen Ärzte fordern von den Krankenkassen einen Honorarzuschlag von mehr als eine Milliarde Euro. Die Summe müsste über den Gesundheitsfonds zur Verfügung gestellt werden.

HB BERLIN. Die zu Jahresbeginn in Kraft getretene Honorarreform bringe für die Mediziner nicht wie eigentlich von der Politik zugesagt rund drei Milliarden Euro mehr als im vergangenen Jahr, sondern lediglich 1,23 Milliarden Euro, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler, am Freitag in Berlin. Der Grund sei, dass bei den Verhandlungen zur Honorarreform im vergangenen Jahr noch keine Zahlen für 2008 vorgelegen hätten. Köhler forderte daher, für besondere Leistungen kurzfristig einen Zuschlag einzuführen, wie etwa für ambulante Operationen.

Die genaue Zusatzforderung der Ärzte beläuft sich auf 1,04 Milliarden Euro. Die Summe müsste über den Gesundheitsfonds zur Verfügung gestellt werden. Eine Milliarde Euro machen in der gesetzlichen Krankenversicherung etwa 0,1 Beitragssatzpunkt aus.

Die Honorarreform, die die Bezahlung der Ärzte übersichtlicher machen soll, sorgt seit Jahresbeginn für schwere Unruhe in der Ärzteschaft. Durch die neue Verteilung des Geldes bekommen einzelne Arztgruppen in bestimmten Regionen weniger Geld als vorher. Vor allem Fachärzte in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern setzen sich gegen Einbußen zur Wehr. Einige Arztgruppen haben gar damit gedroht, Kassenpatienten nur noch auf Privatrechnung zu behandeln.

Um die Situation zu entschärfen, hatten sich Ärzte und Kassen kürzlich auf eine Konvergenzphase bis Ende 2010 verständigt, in der das neue Honorarsystem überprüft werden soll. Während dieser Zeit sollen die Verluste für die Mediziner begrenzt werden. Im Gegenzug werden denjenigen Ärzten, die Gewinner der Reform sind, wiederum Mittel entzogen.

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