Drohender Ärzte-Streik

Bahr gibt Kassen Mitschuld

Die Verhandlungen um die Honorare für niedergelassene Ärzte stecken in der Sackgasse. Nun drohen die Ärzte mit Praxisschließungen. Bundesgesundheitsminister Bahr sieht Ärzte und Kassen in der Pflicht.
9 Kommentare
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Quelle: dapd

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP).

(Foto: dapd)

BerlinBundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat die Krankenkassen mitverantwortlich für einen drohenden Ärzte-Streik gemacht. "Die Kassen haben mit ihren überzogenen Kürzungsforderungen den Unmut der Ärzte erzeugt", sagte der FDP-Politiker der "Bild"-Zeitung. Zugleich betonte er, sein Ministerium habe lediglich die Rechtsaufsicht, könne aber nicht in die Verhandlungen eingreifen. Die Vergütungen seien Sache der Ärzte und Kassen. "Aus guten Gründen wurde immer verlangt, dass die Politik sich aus diesen Verhandlungen raushalten solle." Wenn es zu Praxisschließungen komme, "dann liegt die Verantwortung bei Ärzten und Kassen", sagte Bahr. 

Der Erweiterte Bewertungsausschuss hatte am Donnerstag gegen die Stimmen der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) entschieden, dass die Kassenärzte insgesamt 270 Millionen Euro mehr Geld bekommen sollen.

Damit erhält jeder Arzt im Schnitt 1800 Euro mehr Honorar pro Jahr. Die KBV fordert für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten dagegen 3,5 Milliarden Euro mehr, was einem Plus von rund 23.000 Euro pro Arzt entspräche. Am Montag soll der Streit über das Honorar der niedergelassenen Ärzte in eine neue Verhandlungsrunde gehen.


  • rtr
Startseite

9 Kommentare zu "Honorarstreit: Bahr gibt Kassen Mitschuld an drohendem Ärzte-Streik"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Sein Bruder Thomas ist zehn Jahre älter, Mediziner und Geschäftsführer des Unternehmen Gesundheit Oberpfalz Mitte (UGOM) in Amberg."

    Wenn die FDP demnächst in dem Reigen der sonstigen Parteien unterhalb der % mitspielt und für Daniel Bahr nichts mehr zu holen ist, dann muss wenigestens der Bruder vorher noch finanziell gepusht werden.

  • Bahr, Rösler, Lindner, die Symbolfiguren einer "Partei", die es nicht mal verdient hat, dass man ihre "Politik" schlecht nennt. Das, was diese Lobbypüppchen anstellen, ist schlicht ekelerregend und gesellschaftsschädigend !

    Bahr pusht und päppelt Pharmaindustrie und Ärzteschaft, wo es nur geht: Medikamentenrabatte(streichungen), Ärztehonorare, Verunglimpfung der Krankenkassen und Bremsung aller Kostendämpfungsversuche, legale "Provisionen" für Ärzte durch Pharmafirmen, legale "Pseudostudien", obskure Organhandelspraktiken, Verhinderung von Kostentransparenz, wo es nur geht.. alles auf Kosten des Beitragszahlers und der Allgemeinheit.

    Und Rösler widmet sich nun der verstärkten Ausbeutung der Stromverbraucher durch sein (weiter) Kosten treibendes Quotenmodell, dass seinen "neuen" Buddies, den EVUs, grenzenlose Monopolpreise ermöglichen soll...

    Und dabei war das mal eine Partei, die ich durchaus mal interessant fand, denn ich zumindest habe für echte und faire Marktwirtschaft, Individualismus und Freiheitsdenken durchaus was übrig.
    Aber wie gesagt, das ist nur noch ekelerregend....

  • Bahr möchte natürlich seiner Klientel so viel wie möglich zukommen lassen.

  • Also entweder oder - eine Krankenversicherung für alle die alles Abdeckt oder nur freiwillige Krankenversicherung - dann aber bitte auch freie Marktwirtschaft für Ärzte und Pharmaindustrie!

  • Herr Bahr ist es nicht Ihre Partei, die immer vom Sparen spricht, die Kassen tun genau das. Aber leider kollidiert das mit den Interessen Ihrer Brötchengeber. Vielleicht erkennen Sie jetzt wie schizophren Ihre Politik ist, die besonders vom Ausland fordern. Sie sollten sich dringend in Behandlung begeben und so lange Ihr Amt ruhen lassen.

    Ich stelle Ihnen gerne dafür ein kostenpflichtiges Rezept aus.

  • Herr Bahr von der Partei der Besserverdienenden und Steuerverbrecherbeschützern ergreift Partei für die Ärzte.

    Die Einkommen der Bürger sinken seit 20Jahren, die Ärzte verdienen immer mehr. Er sollte sich besser darum kümmern Ärzte aus dem Ausland zu holen! Aus Tschechien z.B.

    Verständiss für die Forderungen der Ärzte = 0!
    Übrigens genauso wie für die ständigen Preiserhöhungen für Medikamente. Aber so lange die Partei der Besserverdienenden und Steuerverbrecherbeschützer noch an der Macht ist, wird sich daran nichts ändern!

    Übrigens, warum lächselt denn Herr Bahr so? Er hat wohl gerade seinen Scheck vom Ärzteverband bekommen?

  • Sollen sie doch streiken. Mit Herrn Montgomery ist diese Auseinandersetzung ohnehin unausweichlich. Herr Montgomery und Co. werden schon sehen, dass die breite Bevölkerung nur noch wenig Verständnis für die Forderungen der Ärzte aufbringt.

  • "was einem Plus von rund 23.000 Euro pro Arzt entspräche."

    Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
    Das kriege ich im Jahr.
    Es gibt keine Gerechtigkeit.

  • Was bitte soll diese unsinnige Debatte? Wir werden in ländlichen Bereichen die Schließung von Arztpraxen erleben, so wie wir in den neuen Bundesländern in weiten Landstrichen bereits die Schließung von Postfilialen, Supermärkten, Gaststätten und vielen anderen Dienstleistern erleben mussten. An der Schließung von Artzpraxen wird dort niemand langfristig etwas ändern können.

    Die Vermischung der Sorgen der ländlichen Bevölkerung mit den Bezugsforderungen der Ärzte zu vermischen, ist ethisch gesehen eine Grenzüberschreitung, die den Ärzten sehr schlecht zu Gesicht steht.

    In den vielfach geführten Argumenten der Ärzte in den letzen Jahren, ist aufgrund der niedrigen Qualität dieser von ihnen geführten Argumente mein Ansehen gegenüber dieser Berufsgruppe auf den Nullpunkt gesunken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%