Hooligan-Randale in Köln
„Eine neue Qualität der Gewalt“

Die Demonstration von mehr als 4000 gewaltbereiten Hooligans, die randalierend durch Köln gezogen sind, schreckt die Polizei auf. Mit Wasserwerfern setzten sich die Einsatzkräfte zur Wehr. Die Gewerkschaft ist alarmiert.
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Am Tag nach den Hooligan-Randalen in der Kölner Innenstadt fragt sich die Polizei: Wieso konnte die Demonstration derartige Auswüchse annehmen? Eine Antwort: Die Einsatzkräfte hatten nicht mit einer solch hohen Zahl an gewaltbereiten Demonstranten gerechnet. Mindestens 4000 Hooligans von teils verfeindeten Fußballclubs hatten sich zusammen mit Rechtsextremen in Köln zu einer Kundgebung versammelt.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält diesen Zusammenschluss für eine äußert gefährliche Entwicklung. „Wenn sich diese Gruppe jetzt verfestigt und noch wächst, dann haben wir aus meiner Sicht eine neue Qualität der Gewalt“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert.

Anders als bei anderen Treffen von Rechts- oder Linksextremen gab es nicht einen gewaltbereiten Kern – den sogenannten Schwarzen Block – sondern nahezu jeder Teilnehmer der Demonstration zeigt wenig Scheu, die Polizisten anzugreifen. Es kam zu massiven Ausschreitungen, Fahrzeuge wurden umgestürzt, zahlreiche Beamte verletzt. Insgesamt wurden 44 Polizisten verletzt und rund 20 gewaltbereite Demonstranten in Gewahrsam genommen, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen auf Nachfrage.

Es sei erschreckend, welchen Zulauf die sogenannten „Hooligans gegen Salafisten“ in den vergangenen Wochen bekommen hätten, sagte Plickert. Zu der Demonstration sind aus ganz Deutschland deutlich mehr Menschen als erwartete angereist und durch die Innenstadt marschiert.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat nach der Eskalation einer Demonstration von Rechtsextremen und Hooligans in Köln Kritik am Einsatz der Polizei zurückgewiesen. „Das Polizeikonzept hat funktioniert“, sagte Jäger am Montag im ZDF-Morgenmagazin.

Der Veranstalter hatte ursprünglich 1500 Teilnehmer angemeldet. Weil es aber über 7000 Anmeldungen bei Facebook gab, habe die Polizei mit etwa 4000 Teilnehmern gerechnet, sagte Jäger. „Die Lageeinschätzung war ziemlich präzise.“ Die Polizei sei mit starken Kräften vor Ort gewesen und habe konsequent auf Versuche reagiert, die Polizeiketten zu durchbrechen.

„Die Demonstration ist vom Veranstalter abgebrochen worden. Aber die ehemaligen Teilnehmer haben sich geweigert, das Veranstaltungsgelände zu verlassen“, sagte Jäger. Die Polizei habe dann – auch unter Einsatz von Pfefferspray und Wasserwerfern – alle zum Hauptbahnhof geleitet. „Das war eine schwierige Situation gestern in Köln“, sagte Jäger.

Kritik an der NRW-Landesregierung und der Behörden äußerte der nordrhein-westfälische CDU-Chef Armin Laschet. „Mein Eindruck ist, man hat die Lage nicht präzise eingeschätzt“, sagte der CDU-Bundesvize am Montag vor einer CDU-Präsidiumssitzung in Berlin. „Es war erkennbar, dass Rechtsradikale in großer Zahl nach Köln kommen würden.“ Daher hätte man die Kundgebung aus seiner Sicht über das Versammlungsrecht „schon im Ansatz untersagen müssen“.

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Lage eskaliert am Hauptbahnhof

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  • ..die Geiser die ich (bzw. claudia Roth u Konsorten) rief.

  • Wer sich hier klammheimlich über die Hools freut, die sich scheinbar im Sinne aufrechter Bürger gegen radikale Islamisten erheben, ist nicht ganz bei Trost. Hools, Nazis, Linksautonome, radikale Islamisten, alle vereint ein Streben: Ausübung von Macht durch die Verbreitung von Angst und Schrecken mittels radikaler Gewalt.
    Hier entwickelt sich ein sozialer Sprengstoff, der uns eines Tages an die Chaostage der hilflosen Weimarer Republik erinnern wird, wenn die politisch Verantwortlichen nicht anfangen gegenzusteuern. Reflexartig wird nach schärferen Strafen geheult. Warum wendet man aber nicht die bestehenden Strafgesetze konsequent an? Warum baut man nicht mehr Knäste, um gemeingefährliche Straftäter wegzusperren?Leider kann man nicht mehr wegsperren, da Knäste überfüllt sind und man mit diesem Thema keinen Wahlkampf gewinnen kann.Nein, man verwässert durch Ausführungsvorschriften bestehende Strafgesetze, verhängt Bewährungsstrafen incl. "Du,Du", macht Auflagen zur Meldepflicht (Wow, echt abschreckend),usw.. Solange die Bereitschaft in der Bevölkerung nicht vorhanden ist, den Rechtsstaat mit konsequenter Anwendung der Gesetze aufrechtzuerhalten, solange wird auch die Politik weiter schlafen und solange wird die Gewalt auf den Straßen zunehmen. Mit Lichterketten und Präventionsunterricht wird man beim Mob nicht mehr viel ausrichten können. Prävention ist ein beliebtes Argument gewesen, um weiter an der Exekutiven sparen zu können. Mit Weniger mehr Sicherheit.Bullshit.
    Jeder Bürger soll sich die Frage stellen, was ihm unser Rechtsstaat wert ist. Ist er auch bereit diese Rechtsordnung, wenn es nicht anders geht, mit der Verhängung von "richtig Knast" zu stützen? Jahrelang hat man so ziemlich jedes alternative Konzept ausprobiert. Mit "durchschlagenden" Erfolg, wie man in Köln gesehen hat. Ich befürchte nur, dass wir eines Tages in Dtld. einen Zustand haben werden, der die Frage nach Art. 20 Abs. 4 GG aufwirft. Hoffentlich wird es nicht so weit kommen.

  • 1) je mehr Moslems wir uns reinholen, umso größer wird die Angst davor. Je mehr wir dt. Arbeitnehmer Steuern zahlen müssen, um die Asylanten zu versorgen, umso ablehnender wird die Bevölkerung.
    2) Ein Demonstrationsverbot der NRW-SPD zeigt nur, dass sie den Multi-Kulti-Problemen hilflos gegenüberstehen. Alles todschweigen, damit sich die Kultur von Goehte und Schiller weiter schleichend zersetzt um letztendlich auf dt. Boden zu verschwinden.

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