Horst Hippler: Hochschulpakt darf Masterstudium nicht ignorieren

Horst Hippler
Hochschulpakt darf Masterstudium nicht ignorieren

Das Thema Master-Plätze dürfe nicht einfach untergehen, so Horst Hippler, Chef der Hochschulrektoren. Denn das zusätzliche Geld für den Ausbau der Hochschule reiche gerade einmal für die Bachelor-Studenten.
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BerlinDer Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Horst Hippler, hat den neuen Hochschulpakt kritisiert: „Das Thema Master-Plätze kann nicht auf die lange Bank geschoben werden", sagte er dem Handelsblatt (Montagausgabe). „Es ist absehbar, dass in den nächsten Jahren erhebliche Engpässe entstehen, wenn nichts geschieht.“

Am Freitag hatten die Bildungsminister von Bund und Ländern die Finanzmittel für den Pakt zum Ausbau der Hochschulen um insgesamt rund vier Milliarden bis zum Jahr 2015 aufgestockt. Das ist aber selbst für die Bachelor-Studenten „auf Kante genäht“, mahnten die Rektoren.

Die Masterstudenten bleiben völlig außen vor, warnt Hippler nun: „Es ist politisch gewollt, dass möglichst viele Bewerberinnen und Bewerber ein Bachelor-Studium aufnehmen können. Wenn die dann weiter studieren und in ein Master-Programm wechseln wollen, dürfen wir sie nicht im Regen stehen lassen.“

Eine stärkere Unterstützung sei auch im Sinne der Wirtschaft und des Staates: „Der Arbeitsmarkt entwickelt sich für die Bachelors. Aber der Master ist für viele eine wichtige bis unverzichtbare Option – denken Sie an die künftigen Lehrer oder Ingenieure. Die Politik muss das jetzt entschlossen angehen, damit wir hier nicht sehenden Auges in ein riesiges Problem laufen“, so Hippler.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • Liebe Leserinnen und Leser, Herr Prof. Horst Hippler ist nicht der „Chef der Hochschulrektoren“ sondern (falls man ihn als „Chef“ bezeichnet) nur der meisten Hochschulrektoren, nämlich der Hochschulrektoren der staatlich finanzierten Hochschulen. Privat finanzierte Hochschulen (z.B. gemeinnützige Hochschulen) sind leider in der Hochschulrektorenkonferenz nicht vertreten (sondern ausgeschlossen). Da der Anteil der Studierenden an privat finanzierten Hochschulen aber ständig wächst (an der Hamburger Fern-Hochschule z.B. über 10000 Studierende) und diese Studierenden leider nicht in der Hochschulrektorenkonferenz vertreten sind, wird möglicherweise auch der Druck wachsen, dass Herr Prof. Hippler (oder einer seiner Nachfolger) irgendwann einmal wirklich der „Chef aller Hochschulrektoren“ sein wird. Dann nämlich, wenn es sich politisch nicht mehr verhindern lässt, dass alle Studierenden über ihre Rektoren in der Hochschulrektorenkonferenz vertreten sein dürfen. Eine Demokratisierung – im Sinne einer Vertretung aller Studierenden und aller Hochschulen - wird sich meines Erachtens auf Dauer nicht von der Hochschulrektorenkonferenz verhindern lassen. Mehr Demokratie bzw. eine breitere Basis der Legitimierung würde der Hochschulrektorenkonferenz sicherlich gut tun. Herrn Prof. Hippler und seinen Kollegen würde ich hier gerne ein Zitat von Willy Brandt aus dem Jahr 1969 ans Herz legen: "Wir wollen mehr Demokratie wagen." 44 Jahre nach diesem Zitat von Willy Brandt wäre es an der Zeit, auch im Hochschulbereich mehr Demokratie zu wagen.

    Prof. Dr. Peter François, Präsident der HFH, Hamburger Fern-Hochschule

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