Horst Seehofer
CSU-Chef will Weg für Generationenwechsel frei machen

CSU-Chef Horst Seehofer ist bereit, sein Amt als Parteivorsitzender vor der Bundestagswahl aufzugeben: „Ich möchte einen organischen Generationenwechsel.“ Ministerpräsident von Bayern wolle er aber bleiben.

CSU-Chef Horst Seehofer hat einen Rückzug von der Spitze der Christsozialen vor der Bundestagswahl angeboten. Er sei bereit, sein Amt als Parteivorsitzender im kommenden Jahr zur Verfügung zu stellen, um die personelle Basis der CSU zu verbreitern, sagte Seehofer in der ZDF-Sendung „Was nun, Herr Seehofer?“, die Montagabend ausgestrahlt werden soll.

Er sei bis zum Parteitag im kommenden Jahr gewählt. Nötigenfalls sei er auch zu einem früheren Amtsverzicht bereit. Seehofer fordert seit einiger Zeit, dass in Zukunft die Ämter von CSU-Chef und bayerischem Ministerpräsidenten getrennt werden müssten.

Der CSU-Chef gehört für ihn in Zukunft in Berlin mit in die Bundesregierung. Dass er selbst als CSU-Chef nach Berlin gehen könnte und CSU-Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl werden könnte, wollte Seehofer zwar nicht ausschließen. „Ich persönlich strebe dieses Amt der Spitzenkandidatur nicht an“, sagte er allerdings.

In dem Zusammenhang verwies er insbesondere darauf, dass er der Bevölkerung immer gesagt habe, bis zum Jahr 2018 Ministerpräsident in Bayern bleiben zu wollen. Dies sei auch weiterhin so. „Da müsste schon der Himmel über Bayern einstürzen, dass man einen anderen Weg geht.“

Der 67-Jährige betonte, er gehe nun auf die 70 zu. Deshalb wolle er eine Erneuerung seiner Partei. „Ich möchte einen organischen Generationenwechsel“, sagte Seehofer.

Unterdessen hat Seehofer SPD-Chef Sigmar Gabriel wegen seines Vorstoßes in der Nachfolgedebatte um das Amt des Bundespräsidenten scharf kritisiert. Gabriel habe sich mit seinem Vorschlag von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nicht an die Absprachen in der großen Koalition gehalten, sagte Seehofer. „Ich glaube, dass er damit dem Außenminister nicht gedient hat.“

Seehofer sagte, „das ist nicht vereinbar mit diesem Amt, dass wir als drei Parteivorsitzende eine Art Wahlkampf machen“ Dabei betonte er, dass er Steinmeier durchaus schätze. Dennoch beteilige er selbst sich nicht an einer Präsidentendebatte. Außerdem sollten seiner Meinung nach zumindest die drei Parteivorsitzenden der großen Koalition Disziplin wahren. „Es muss mit Stil und Würde erfolgen“, sagte Seehofer zur Suche eines Nachfolgers für Joachim Gauck.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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