Horst Seehofer
Der Amtsinhaber

Als Retter wurde Horst Seehofer von der CSU nach Bayern geholt. Jetzt lenkt er die Partei nach Belieben. Als bayerischer Ministerpräsident will er in die Verlängerung gehen – und widerspricht dafür auch der Kanzlerin.
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MünchenDas eine – CSU-Chef – war sein Lebenstraum, das andere – bayerischer Ministerpräsident – hatte er nie vor zu werden. Jetzt aber will Horst Seehofer beides bleiben, und zwar bis 2018. Bei der Landtagswahl am 15. September bewirbt sich der 64-Jährige um eine zweite Amtszeit als Regierungschef. Und glaubt man den Umfragen, so kann Seehofer fast schon sicher von einer Verlängerung ausgehen.

Das ist auch die erste Landtagswahl, bei der sich Seehofer beweisen muss: Vor fünf Jahren, nach dem krachenden CSU-Desaster und dem Verlust der absoluten Mehrheit, hatte ihn die CSU als Retter von Berlin nach Bayern geholt. Binnen weniger Wochen beerbte er Erwin Huber – dem er ein Jahr zuvor auf einem Parteitag noch unterlegen war – als Parteichef und Günther Beckstein als Ministerpräsident. Diesmal steht Seehofer selbst zur Wahl: Er steht auf dem ersten Listenplatz in Oberbayern und ist zugleich Direktkandidat im Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen.

Parteiintern ist Seehofers Machtposition seit längerem – vor allem seit dem Aus für Karl-Theodor zu Guttenberg – unangefochten. Und das kostet Seehofer aus: Er lenkt die CSU, wohin es ihm passt. Und die Staatsregierung sowieso. Nicht einmal vor 180-Grad-Kehrtwenden schreckt Seehofer zurück. „Am schlimmsten ist die Kontinuität im Irrtum“, sagt er. Deshalb kassierte Seehofer inzwischen reihenweise klassische CSU-Positionen ein. Unter seiner Führung schaffte die CSU die Studiengebühren ab, bekannte sich zum Atomausstieg und beschloss den sanften Donauausbau in Niederbayern.

Dass er deshalb gerne als wankelmütig, populistisch und beliebig verspottet wird, weist Seehofer neuerdings gerne mit dem Satz zurück, ihm gehe es um „die Koalition mit den Bürgern“. So verstehe er Demokratie. Über die „Drehhofer“-Kampagne, mit der sich die SPD im Internet über ihn lustig macht, hat er sich trotzdem aufgeregt.

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