Horst Seehofer und die BayernLB
BayernLB verhagelt Seehofers Neustart

In Bayern sind die Koalitionsverhandlungen zwischen CSU und FDP ins Stocken geraten. Grund sind die desaströsen Zahlen, die die Landesbank des Freisstaats präsentiert hat. Das nagt am Aufbruchwillen der Koalitionäre. Und auch der desginierte Ministerpräsident Seehofer ahnt bereits, was das bedeutet: Ein Neustart sind anders aus.

MÜNCHEN. Horst Seehofer sitzt oben. Von der Besuchertribüne im bayerischen Landtag aus betrachtet der künftige Parteichef und Ministerpräsident ein Spiel, wie es die Parlamentarier im Freistaat erst noch üben müssen. Unter transparentem Dach und vor viel hellem Holz wählen sie an diesem Montag den Landtagspräsidenten. Doch Mehrheiten sind nicht mehr so sicher wie früher. Es gilt sich abzustimmen mit der FDP. Und am Ende setzt sogar die SPD eine aktuelle Stunde für Donnerstag durch - zum Thema Landesbank.

Seehofer ist noch Bundeslandwirtschaftsminister und hat kein Landtagsmandat, deshalb sitzt er nicht in den Reihen der Abgeordneten. Am Montag sollen sie ihn hier zum Ministerpräsidenten wählen; am Samstag bereits kürt ihn die CSU zum Parteichef. Schon jetzt stehen sie Spalier, schütteln die Hand des neuen Regenten, wollen sich empfehlen für Ministerämter und kleinere Pösterl. Auch Innenminister Joachim Herrmann, bis vor kurzem Rivale um das Amt des Regierungschefs, darf zum Plaudern vorbei schauen.

Horst Seehofer sitzt oben. Und unten, in den Reihen der Parlamentarier, steht sein Vorgänger als Parteichef Erwin Huber mit düsterer Mine. Der Mann ist bayerischer Finanzminister, und dem Vernehmen nach will er das auch im Kabinett bleiben - unter Seehofer. Doch genauso wie die Bayerische Landesbank (Bayern LB) kämpft Huber ums Überleben.

Denn der Mann oben will einen Schlussstrich ziehen unter die kurze Regentschaft von Günther Beckstein und Erwin Huber. Wie kaum ein Thema eignet sich das Desaster der Landesbank dafür, Zeichen für einen Neuanfang zu setzen. Zunächst kann Seehofer den Krisenmanager geben. "Es ist Aufgabe der Bank, für Klarheit zu sorgen", sagte er vor der Landtagssitzung. "Ich will nicht, dass wir wenige Wochen nach Abschluss eines Koalitionsvertrages unsere finanziellen Annahmen korrigieren müssen."

Doch nicht nur seinen Koalitionsvertrag, auch sich selbst sichert Seehofer mit solch markigen Worten ab. Wie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bayerns FDP-Chefin, hatte Seehofer mit den riskanten Anlagestrategien der Bank bislang nichts zu tun. Noch ist die BayernLB das Problem der alten Regierung. Und das soll es auch bleiben.

Seite 1:

BayernLB verhagelt Seehofers Neustart

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%