HRE-Bilanzfehler

SPD wirft Schäuble schlechte Führung vor

Nach dem Milliardenfund in den Bilanzen der HRE-Bad Bank freut sich das Finanzministerium über ungeahnten Geldsegen. Die SPD jedoch wettert, die Bad Bank werde von Schäuble schlecht beaufsichtigt.
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Verrechnet bei der Bad Bank - Milliardensegen für Schäuble

Nach Bekanntwerden erheblicher Korrekturen in der Bilanz der Bad Bank der Hypo Real Estate (HRE) um 55,5 Milliarden Euro hat die SPD dem Bundesfinanzministerium Nachlässigkeit vorgeworfen. Die Bad Bank der HRE liege als staatliche Bank im Zuständigkeitsbereich von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, am Samstag in Berlin. Schäuble sei „dafür verantwortlich, dass die Bank ordnungsgemäß geführt und beaufsichtigt wird“, dies sei offensichtlich nicht geschehen.

Schäuble müsse schnell aufklären, „wieso er sich um 55,5 Milliarden Euro verrechnet hat“, erklärte Oppermann. „Das ist kein Beitrag, den die schwäbische Hausfrau in einer Keksdose versteckt und vergisst.“ Einen solchen Betrag zu übersehen, sei „völlig unverantwortlich“. Das Bundesfinanzministerium scheine angesichts immer neuer Rettungspläne für die Euro-Zone „völlig die Übersicht verloren“ zu haben.

Ulrich Maurer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Fraktion Die Linke sagte: „Die Fehlbuchung von 55,5 Milliarden bei der staatlichen Badbank HRE lässt Böses für eine Hebelung des EFSF ahnen. Ein Finanzministerium, in dessen Ägide offenbar nicht mal die Bilanzbuchung funktioniert, sollte erst recht die Hände davon lassen, den Eurorettungsschirm mit ungedeckten Schecks aufzublasen.“ Damit nahm Maurer Bezug auf die jüngst beschlossene Hebelung des Euro-Rettungsschirms EFSF, der ihn effizienter gestalten soll.

Das Online-Magazin „stern.de“ hatte am Freitag unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, dass sich die deutschen Staatsschulden wegen Rechenfehlern der Bilanzexperten bei der Bad Bank um insgesamt 55,5 Milliarden Euro verringerten. Die Bad Bank, die unter dem Namen FMS Wertmanagement firmiert, hatte zunächst die Bilanz für 2010 korrigiert und dort bereits offen 24,5 Milliarden weniger Schulden ausgewiesen als zunächst bekannt. In der Bilanz für 2011 sollen demnach weitere 31 Milliarden Euro hinzukommen.

Das Finanzministerium erklärte laut „Süddeutsche Zeitung“, es handele sich offenbar um „fehlerhafte Doppelbuchungen“. Der Fall müsse noch genauer untersucht werden. Speziell handele es sich um Sicherheitsleistungen für Forderungen und Verbindlichkeiten. Sie seien vom Computersystem in der Bilanz aufaddiert worden, obwohl sie voneinander hätten abgezogen werden müssen.

Das Finanzministerium ließ offen, wie es zur Fehlbuchung kam
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24 Kommentare zu "HRE-Bilanzfehler: SPD wirft Schäuble schlechte Führung vor"

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  • Bankster lieben Schulden. Staatsschulden und unsere Schulden werden zumindest teilweise zu Ihren Gehältern, Bonussen und notfalls auch Millionenabfindungen.
    Da sind anscheinend einige vor lauter Verliebtheit etwas närisch geworden und übers Ziel hinausgeschossen.

  • Es ist einfach unglaublich oder steckt gar Absicht dahinter?
    Selig sind die Armen im Geiste, denn .....

  • Man erlebte vor nicht all zu langer Zeit, wie doch tatsächlich ein Flaschenbon, eine gegessenes belegtes Brötchen, die drehund der Erde verlangsamt hat, das musste natürlich konsquentzen nach sich ziehen also fristlose Kündigung und vernichten des Missetäters duch keine teilhabe mehr am Leben weil ohne Moos nichts los.
    Was sind da schon einige Milliarden kein problem kann passieren, sorry aber es wird alles gut, setsames handeln,sehr seltsam. Nun hauts ein doch vom Hocker die sind auf einmal für Mindestlohn nei wie das dann, denke mal da geht einigen ein unwohlsein in der Magengegend herrum, warum wir haben Jahrzehnte alles zum Wohl des Volkes getan, genau wie der Bankberater nicht wusste was er für ein Produkt handelt. En Assmussen, Steinbrück, das Traumpaar jedes Euros der verballert wurde sinnlos verballert, der Schweiz aufs Dach gestiegen ist mit Sprechblasen, man habt ihr es übertrieben, zügelos, skrupelos, gierig, bis zum erbrechen. wieso nun Mindestlohn wo doch Anebot und Nachfrage den Preis bestimmen bei den Fachkräftemangel. Ja es trifft zu die erste Generation baut auf die zweite lebt von dem die dritte brings durch Kreisssaal,Hörsaal,Plenarsaaaahll. Und der neue Gesundheitsminister beschenkt noch schnell die Dentalmediziener. Alles gehtnun den geordnetenEg ins Chaos, die Angst muss schon gross sein bei der Forderung nach Mindestlöhnen wo doch Zeitarbeit das non plus Ultra ist. Prikäre Arbeitsverhältnisse, sind doch viel besser geeignet eine Dmokratie zu gestalten läuft einfach besser, wie mit selbstbewusten Demokraten.

  • Wenn´s nicht nur eine Lufbuchung wäre, könnte man von 55 Milliarden jedem Einwohner Deutschlands ca. 680.- Euronen schenken oder jedem Hartz IV ler ca. 11.800.- € Sonderweihnachtsgeld zu Konjunkturankurbelung zukommen lassen.
    Leider reine Theorie. Aber kann man sich über so viel wirklich verrechnen. Wg. 5.- Euro mehr Hartz 4 gab´s Wochenlange Diskussionen.

  • Die SPD ....
    Mit eigener Leistung kann diese Partei nicht glänzen , sie kümmern sich lieber um andere .
    Es ist immer die bürgerliche Mitte die sich Gedanken machen ,
    schwarz /gelb macht Vorschläge die diskutiert werden können .
    Von rot/grün können wir keine konstruktive arbeit erwarten , sie beschränken sich darauf die Arbeit anderer zu kritisieren.
    Ein jämmerlicher Haufen diese SPD !!!

  • Oh wie HOHL!
    .
    Eine Dilettanten-Clique kritisiert die andere.
    .
    Da von diesen ganzen Dilettanten ausschließlich
    Katastrophen produziert werden,
    kann man nicht mal mehr über diese Muppet-Show lachen!

  • ---@ mazi,

    wer hier regiert, legen die Bilderberger fest.

    Seit wann bestimmen Sie denn über die Befehle der Bilderbeger?

  • Die FAZ hat Einzel-Angaben übermittelt, die ich nach meinem Verständnis in Kurzform wiedergebe:
    "Von der HRE wurden an diese Bad-Bank Finanzderivate ausgelagert, mit der Vermutung, dass diese nur noch Verluste bringen.
    Durch Kreditversicherungen/CDS sind diese gegen eine Kurs Unterschreitung versichert. Somit hatte bei dieser Kursunterschreitung die Bad-Bank wohl einen Anspruch gegen diese Kreditversicherung. Der Fehler bestehe darin, dass die Bad Bank gegenüber denselben Geschäftspartnern nicht nur Forderungen aus Sicherheiten, sondern auch Verbindlichkeiten aus Sicherheiten habe. Das Normale wäre gewesen, die Bad Bank hätte Verbindlichkeiten und Forderungen gegenüber demselben Geschäftspartner schlicht gegeneinander aufgerechnet.
    An dem Gewinn/Verlust der Bad-Bank ändert sich nichts".

    Erträge gegen Verluste zu saldieren ist wegen fehlender Klarheit lt. GOB verboten. Daher vermute ich, dass diese Info vom Finanzministerium kommt. Aber wieso PRA in der Bilanz 2010, demnach wurde der Ertrag im voraus überwiesen für 2011?

    Ich habe eine ganz andere Vermutung.
    Das Finanzministerium hat bei Übernahme der Bilanz-Zahlen für den Haushalt die Erträge aus dieser CPS einfach nicht erkannt, da in der Kameralistik-Buchführung es nur eine Spalte gibt also grundsätzlich saldiert wird. Wegen der Schrottpapiere hat man auch keine Erträge erwartet und deswegen wurde dies einfach vergessen. Die Änderung der Bilanzsumme halte ich für reine Makulatur, damit man sich auf Bilanzfehler stützen kann.
    Zum Glück kommt in einer doppelten Buchführung ja nichts weg, aber zum strahlen hat Schäuble keinen Grund, da das Ganze zeigt wie inkompetent die Mitarbeiter des Finanzministeriums sind.

  • Habe eben die Presseerklärung der FMS zum Halbjahresabschluß gelesen (http://www.fms-wm.de/Deutsch/presse/presseerklaerungen-/fms-wertmanagement-verzeichnet-fortschritte-beim-abbau-des-portfolios/fms-wertmanagement-verzeichnet-fortschritte-beim-abbau-des-portfolios.html).
    Da steht original:
    Die Bilanzsumme zum 30. Juni 2011 beträgt 301,8 Milliarden Euro und ist im Vergleich zum Jahresende 2010 um 9,4 Prozent gesunken. Im Halbjahresabschluss zum 30. Juni 2011 werden hierbei insbesondere im Zusammenhang mit Finanzderivaten gestellte oder erhaltene Barsicherheiten, sofern vertraglich möglich, je Kontrahent saldiert in den entsprechenden Bilanzposten ausgewiesen. Die zugehörigen Vergleichszahlen zum 31. Dezember 2010 wurden angepasst und führen zu einer reduzierten Bilanzsumme von 333,3 Milliarden Euro.

    Genau, wie ich vermutet habe.
    Peinlich, peinlich liebes Handelsblatt!

  • Zahlt eigentlich eine Staatsbank Steuern? Eigentlich doch sinnlos, oder?

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