_

HRE-Panne: Grüne zitieren Schäuble vor den Finanzausschuss

exklusiv Die Kritik an Finanzminister Wolfgang Schäuble wegen der Milliarden-Panne bei der Bad Bank der Hypo Real Estate reißt nicht ab: Die Grünen verlangen jetzt, dass der Minister dem Finanzausschuss Rede und Antwort steht.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Quelle: dapd
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Quelle: dapd

DüsseldorfDie Grünen haben Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) aufgefordert, dem Bundestagsfinanzausschuss Rede und Antwort über die Bilanzierungsfehler von 55,5 Milliarden Euro bei der HRE-Bad Bank zu stehen. „Wichtiger als personelle Konsequenzen ist derzeit eine konsequente und lückenlose Aufklärung in der Sache“, sagte der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick Handelsblatt Online. „Das ist Schäuble der Öffentlichkeit nach wie vor schuldig. Denn etliche Fragen bleiben nach wie vor offen.“

Anzeige

So hält Schick immer noch für ungeklärt, wo auf fachlicher und politischer Ebene konkret die Verantwortung für die Milliardenpanne liegt, und welche Teilverantwortung die Wirtschaftsprüfer dabei trifft. „Auch hat Schäuble bis heute nicht schlüssig den Widerspruch aufklären können, warum sein Ministerium bereits im September über die 55 Milliarden berichtete,  dann aber erst im Oktober erstmals von dem Buchungsfehler gehört haben will“, sagte der Grünen-Politiker. Schließlich stellten sich Fragen nach möglichen finanziellen Ansprüchen. 

Schäuble müsse daher nach wie vor dafür sorgen, dass alle Fakten auf den Tisch kommen und alle offenen Fragen umfassend, schlüssig und schnell beantwortet werden, verlangte Schick. „Eine Gelegenheit hierzu bietet sich nächste Woche im Finanzausschuss: Unsere Fraktion hat eine entsprechende Befassung mit Vertretern der FMS-Wertmanagement und des SoFFin bereits beantragt.“ 

Die FMS-Wertmanagement ist die Abwicklungsanstalt (Bad Bank) der Hypo Real Estate. Die Skandalbank war in der Finanzkrise 2008 mit riesigen Summen gerettet und später verstaatlicht worden. Faule Wertpapiere im Umfang von etwa 175 Milliarden Euro wurden seinerzeit in die FMS übertragen.

  • 03.11.2011, 20:51 UhrAnonymer Benutzer: Mazi

    Der Vorfall zeigt, dass das Finanzministerium keine Plausibilitätskontrollen durchführt. Demzufolge ist nicht auszuschließen, dass weitere Fehler im System sind.

    Wer andere "hart zur Brust nimmte", muß davon ausgehen, dass gleiches mit ihm erfolgt. Im vorliegenden Fall wäre dies aufgrund der Vielzahl der vorausgegangen Entgleisungen zurecht.

    Wenn die Grünen, wie hier dargestellt, die Sache beschwichtigen, dann besagt dies nichts anderes als das diese Volksvertreter keine Ahnung von Buchführung haben.

  • 03.11.2011, 13:33 UhrAnonymer Benutzer: Krise

    ...noch zu bedenken ist, dass es nicht bloß um 55 Millarden Euro Differenz geht, sondern eigentlich um 110 Milliarden Euro...

    Erklärung gefällig?.

    eigentlich hätten 55 Mrd Ertrag gebucht werden müssen, statt dessen wurden 55 Mrd Aufwand gebucht. Ginge man jeweils bei O Euro los, fehlen dann aber wohl von Plus 55 Mrd. zu minus 55 Mrd. 110 Mrd.

    Das ist wie mit einem Thermometer... Gestern plus 55 Grad heute minus 55 Grad dann ist die Temperaturdifferenz wohl auch von gestern zu 110 Grad...

    Und das soll niemandem aufgefallen sein! Ich hätte gerne das Mittelalter zurück!!! Wer da den König betrogen hat, bekam die Hand abgeschlagen... ebenso Betrüger und Diebe! Und beim nächsten mal rollte der Kopf!!!

    Diese Pfeiffen gehörten alle unter dem Brandenburger Tor ausgepeitscht bis der Tod eintritt - sonst nichts.....

  • 02.11.2011, 23:49 UhrAnonymer Benutzer: N_K

    Wenn eine Kassiererin einen Pfandbon oder eine Küchenhilfe ein paar von sowieso zum Entsorgen anstehenden Lebensmittelresten im Wert von ein paar Cent mitnimmt, wird sie mit lächerlichen - an den Haaren herbeigezogenen - Argumenten wie Untreue, Diebstahl oder ähnliches fristlos entlassen (nach jahrelanger beanstandungsfreier Tätigkeit). Wenn sich überbezahlte Polit-Bankster um 55000000000 verrechnen, soll das keine Konsequenzen haben?

    In welchem inzwischen zum verkommenen Schweinestall mutierten Land leben wir eigentlich?

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.