Hühner weiterhin in kleinen Käfigen
Länder kippen Verbot von Lege-Batterien

Die Bundesländer wollend die neue Legehennen-Verordnung kippen. Darauf einigte sich eine Mehrheit im Agrarausschuss. Käfighaltung bleibt dann weiter erlaubt.

HB BERLIN. Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) ist mit ihrer geplanten Legehennen-Verordnung am Widerstand der Bundesländer gescheitert. Das vorgezogene Verbot von Legebatterien kann nach Angaben einer Ministeriumssprecherin voraussichtlich nicht wie vom Bundestag beschlossen 2007 in Kraft treten. Die Sprecherin sagte am Sonntag in Berlin, im Agrarausschuss des Bundesrates hätten sich 14 der 16 Länder dafür ausgesprochen, das Verbot der Käfighaltung bis 2010 zu verschieben.

Als Möglichkeit, die neue Verordnung ablehnen zu können,. nutzen die Länder die ebenfalls von der EU geforderte Vorgabe für eine artgerechtere Schweinehaltung, so die Ministeriumssprecherin. Ihr Ja zu dieser Verordnung wollten sie nur dann geben, wenn Künast im Gegenzug in die längere Käfighaltung für Hühner einwillige.

Nach dem Willen der Länder sollen die Käfige nun zwar etwas größer werden, doch sei für jedes Tier mit 750 Quadratzentimetern nicht mehr Platz vorgesehen als ein Din-A-4-Blatt. Die Europäische Union verlangt eine Abschaffung von Legebatterien erst 2012. Deutschland sollte nach Künasts Plänen als erstes EU-Land die Käfige verbannen.

In der «Bild am Sonntag» forderte die Ministerin nun die deutschen Verbraucher zum Boykott auf: «Ein wirkungsvoller Protest gegen diese Anti-Tierschutz-Politik ist der Kauf von Eiern aus Freiland- oder Bodenhaltung.» Dies sei zwar in Zeiten, «wo viele Verbraucher jeden Cent umdrehen müssen», viel verlangt, sagte Künasts Sprecherin. Im Vergleich zu Eiern aus Käfighaltung sind diese Eier deutlich teurer. Doch seien auch Kompromisse möglich - etwa zum Backen Eier aus Legebatterien zu nutzen, sich für das Frühstück aber ein Freilandei zu gönnen.

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