Hunderte Mails eingegangen
Handelsblatt-Leser prangern Bürokratie an

Handelsblatt-Leser kämpfen gegen Bürokratie – und wie. Hunderte Beispiele von Bürokratie-Wahnsinn erreichten die Redaktion am ersten Tag der Aktion. Das Versprechen: Der Normenkontrollrat prüft jeden einzelnen Fall.
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DüsseldorfDie Resonanz ist beeindruckend: Schon nach wenigen Stunden waren an die hundert Beispiele für überbordende Bürokratie eingegangen. Das Spektrum der von Handelsblatt-Lesern geschilderten Fälle ist breit gestreut. Es reicht von den Problemen bei der Beantragung von Auslands-BAFöG über Erfahrungen eines Bankvorstandes mit der Deutschen Bundesbank, die Bilanz-Veröffentlichungspflicht von kleinen GmbHs, die Etikettierungspflicht für Leuchtmittel bis hin zu den Kosten für die Nutzungsänderung eines Gewerbegrundstücks. Absender sind Mittelständler aus dem Sauerland, Unternehmensberater aus Berlin, IT-Unternehmen und auch Privatpersonen.

Hintergrund der Aktion, die noch bis zum 16. August läuft: Das Handelsblatt hat seine Leser in der Freitagsausgabe dazu aufgerufen, Fälle von überflüssiger Bürokratie zu schildern. Adressat der Fallbeispiele aus der Praxis ist aber nicht nur die Handelsblatt-Redaktion. Eine Durchschrift jeder Mail geht an den Normenkontrollrat, der die Bundesregierung beim Bürokratieabbau berät. Das Expertengremium sagt zu, jeden geschilderten Fall zu prüfen. Ziel der Aktion sei es, „so dicht wie möglich an die Praxis zu kommen“, sagte Johannes Ludewig, Vorsitzender des Normenkontrollrates, dem Handelsblatt.

Ärgern auch Sie sich im Umgang mit Behörden über ein Übermaß an Bürokratie? Sind Sie davon überzeugt, dass Behörden bestimmte Abläufe viel effizienter gestalten könnten? Wo hakt es nach Ihrer Beobachtung, wenn verschiedene Behörden zusammenarbeiten müssen? Wo werden Daten gesammelt oder Belege angefordert, für die es keine sinnvolle Verwendung gibt? Wo müssen Sie Papierbelege beibringen, obwohl Daten digital vorhanden sind?

Senden Sie Ihr Beispiel für bürokratischen Ballast bis zum 16. August an buerokratie@handelsblatt.com. Schildern Sie Ihre Erfahrungen möglichst konkret, kurz und kompakt. Der Normenkontrollrat liest jeden eingesandten Fall. Das Handelsblatt wird in den kommenden Wochen einige Fallbeispiele der Leser vorlegen – und möglichst auch aufzeigen, wie Lösungen aussehen könnten. Auf Wunsch werden die Fälle anonymisiert.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Hunderte Mails eingegangen: Handelsblatt-Leser prangern Bürokratie an"

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  • MaWo:
    Recht haben Sie. Die Maden im Speck bedienen sich selbst, die gesetzlichen Rentner, die sich nicht mehr wehren können, betrügt man massiv, im Nachhinein. Wo kommen dann trotzdem die Wählerstimmen für die Blockparteien (Altparteien) her??? Wenn man die Betrügereien an den vielen Millionen Westrentnern sieht, kann doch wohl kein einziger Rentner eine der Altparteien wählen. Oder sind die alle dement? Diese Rentner könnten locker die Merkelregierung, die aus einem großen Lügengebilde besteht (Spionage, Ausverkauf Deutschlands, Entwertungen der Sparrücklagen, privaten Rentenvorsorgen, Lebensversicherungen, Vergeudung von Steuergeldern in höchstem Ausmaß etc.), abschaffen!!! Warum tun sie es nicht??? Bleiben die Blockparteien an der Macht, können sich die deutschen Bürger warm anziehen. Was tun?: Alternativen wählen! Ja, es gibt sie, mit guten bürgernahen und zukuftsorientierten Programmen. Neue Köpfe tun dem Land gut, nicht die alten der Blockparteien, die nicht einmal das Antikorruptionsgesetz der UN umsetzen, warum wohl? Man will sich Korruptionen aller Art offenhalten.

  • @ JohannDrude,
    Renten wurden auf Grund des Nachhaltigkeitsfaktors nach unten angepasst - Pensionen bis heute nicht.
    Renten werden mit 18,5% Beiträge erwirtschaftet - Pensionen ohne 18,5% Beiträge.
    Renten beziehen sich auf ca 50% des Lebenseinkommens - Pensionen auf ca. 70% des Einkommens der letzten Jahre.
    Unter Dr Kohl wurden die Diäten nahezu verdoppelt, nachdem das höchste Deutsche Gericht die Besteuerung festgestellt hatte - so einen "Schluck aus der Pulle hat bis heute kein Arbeitnehmer erhalten.
    Wie wollen sie gegen eine auf Vorteilsnahme und Begünstigung im Amt, die jeder simplen Mathematik wiederspricht, überhaupt opponieren?
    So ist aber auch erklärlich warum es nie eine leistungsbezogene Bezahlung geben wird; es hätte doch jede Kassiererin am Band, deren Kasse stimmt, Anspruch auf ein höheres Entgelt.
    Hilfe bei der EU?
    Wie setzt sich denn deren Pension zusammen?!
    Das war's dann ja wohl gewesen - oder?

  • Ich habe gerade schon beim Artikel zu "Kein deutsches Detroit in Sicht" geschrieben: die Pensionslasten (die die arbeitende Bevölkerung zahlt) in einigen Kommunen werden in Zukunft höher als die Einnahmen sein.
    Hier entsteht wirklich ein neuer Adel, gegen den sich auch keiner wirklich zu wehren trauen kann. Der Beamtenbund ist sicher die mächtigste Lobby in Deutschland.
    Vielleicht unterstützen unsere Politiker deshalb so gerne Griechenland und ihre zahlreichen Beamten, Adel hat früher auch über Ländergrenzen funktioniert.

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