
HB BERLIN/KÖLN. Angesichts des Mainzer Infusionsskandals werden Rufe nach schärferen Hygiene-Kontrollen in den Kliniken immer lauter. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will die Krankenhaus- Hygiene auf die Tagesordnung der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) von Bund und Ländern setzen. Unterstützung erhält Rösler von der CSU.
Angesichts von mehr als 600 000 Krankenhausinfektionen in Deutschland pro Jahr mit bis zu 40 000 Toten setzen FDP- und CDU-Gesundheitsexperten dagegen auf rasche bundesweite Regeln. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene pocht auf die Einhaltung von Hygiene-Standards.
Eine Lösung müsse gemeinsam mit den Ländern gefunden werden, sagte Rösler. Sein Ministerium erläuterte, die Länder seien zuständig. „Auf der nächsten Gesundheitsministerkonferenz ist dazu eine gute Gelegenheit“, sagte der Minister. Vor weiteren Schritten müssten aber die Untersuchungsergebnisse zur Ursache der Infektionen in Mainz abgewartet werden. Der Unionsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) sagte, er unterstütze das Vorgehen, mögliche Verbesserungen zunächst mit den Ländern zu erörtern.
Der gesundheitpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, erhob indes schwere Vorwürfe gegen Krankenhäuser und die zuständigen Bundesländer. „Offenbar müssen erst Leichen auf der Straße liegen, bis einige Bundesländer aufwachen und ihrer Verantwortung gerecht werden“, sagte er, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwochs-Ausgabe). So fehlten in den meisten Ländern Hygieneverordnungen mit verbindlichen Hygienestandards für die Kliniken vollständig. In zahlreichen Häusern würden einfachste Regeln missachtet.
Mich wundert das gar nicht, dass das passiert ist. in Deutschland fängt man sich doch als gesunder besucher mittlerweile bald auch alles mögliche ein, von Magendarm infektion bis Lungenentzündung alles dabei. Wenn jemand aus einem deutschen Krankenhaus in die Niederlande verlegt wird,kommt der erstmal ein paar Tage in die Quarantäne.Warum ist das wohl so???
in diesem Zusammenhang sind das Produkthaftungsgsetz (@ingenieur) und das Lebensmittelhygienegesetz zu erwähnen. Wie wichtig das alles ist. ich denke, dass hier das menschliche Versagen aufgund von Überarbeitung und Unterbezahlung anzuführen ist. Wir haben ein Problem: Liberailismus/ neo- Liberailismus.
Wir haben keinen Sozialismus. Aber es ist besser erneut den Versuch zu starten, ihn zu praktizieren. Denn das Asoziale des Kapitalismus drängt den Menschen in die Armut wie das Ultrasoziale des Kommunismus. Die Wirtschaftskrise wäre nicht entstanden, wenn sich die Menschen von vorn herein in der Armut befunden hätten. Denn dann wären sie nie ausgebildet worden, es hätte nichts abgesetzt- im Sinne von verkauft- werden können.
Der Deutsche Staat ist unterfinanziert. Mit blick auf den Willen des Verteidigungsministers wird deutlih, dass das Wirtschaften der vergangenen Jahre in die falsche Richtung geführt hat. Die Einkaufshäuser sind übervoll mit Waren, die teureren Waren müssen weggeschmissen werden, weil sie verderben, ehe sie verkauft werden können. Die Menschen verdienen zu wenig, aber sie sollen länger arbeiten, aber nur arbeiten, ihren Staat sollen sie nicht verteidigen, weil kein Geld da ist. Offen gestanden, wir werden diesen Streit nicht gewollt haben, aber die Lösung, die aus diesem Streit hervor geht.
Leichtfertig wird die technische Korrektur eingefordert, die da "Verlängerung der Lebensarbeitszeit" heisst. Diese horizontale Erweiterung wird als sozio-technisches instrument diskutiert. Die gesetzlich verankerte Lohnuntergrenze als sozio-technisches instrument bleibt dagegen unerwähnt. Dieses instrument ist eine vertikale Ausdehnung der volkswirtschaftlichen Konstruktion.
Wo seid ihr ???
brauchen wir wirklich ein Gesetz, um triviale Hygienevorschriften einzuhalten? Haben wir etwa in der industrie ein Gesetz, das die Hersteller von Fahrzeugen zwingt, die Schrauben mit dem richtigen Drehmoment anzuziehen? Haben diese Leute noch nie etwas von einem Qualitätsmanagementsystem mit entsprechenden Verfahrens- und Arbeitsanweisungen, Checklisten und Audits gehört? in der industrie wurden diese Systeme schon vor 20 Jahren flächendeckend eingeführt. Wenn bei anspruchsvoller Fertigung in der industrie auch so geschlampt würde wie in den Krankenhäusern, dann würde weder ein Satellit noch ein Unterseekabel funktionieren, die Autos wären ständig in der Werkstatt und in einen Flieger würde ich niemals einsteigen.
Ein gut funktionierendes Qualitätsmanagementsystem kostet kein zusätzliches Geld, sondern spart im Gegenteil unterm Strich erhebliche Summen ein, indem teure Fehler vermieden werden. Aber groteskerweise verdienen die Kliniken noch an ihrem Murks, denn die Liegezeit der Patienten verlängert sich entsprechend. Und Todesfälle scheinen für manche nur ein statistisches Problem zu sein.
PS: Warum hat Herr Lauterbach diese längst bekannten Probleme nicht gelöst, als er noch entsprechende politische Verantwortung trug?
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