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Hypo-Real Estate: Bund greift nach Großbank HRE

Die Bundesregierung macht Ernst mit der Übernahme der maroden Immobilienbank Hypo Real Estate und vollzieht den ersten Schritt. Der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin machte den Aktionären ein Kaufangebot für ihre HRE-Aktien - und zeigte sich dabei überraschend großzügig. Der HRE-Großaktionär Flowers zeigte sich unbeeindruckt. Doch der Bund machte klar: Die Offerte ist "eindeutig das letzte Wort".

Durch die vom Bund angestrebte vorübergehende vollständige Verstaatlichung kann die HRE Milliarden sparen. Quelle: dpa
Durch die vom Bund angestrebte vorübergehende vollständige Verstaatlichung kann die HRE Milliarden sparen. Quelle: dpa

HB MÜNCHEN. Der Bund hat das lang erwartete Übernahmeangebot für die schwer angeschlagene Immobilienbank Hypo Real Estate(HRE) vorgelegt. Insgesamt will die Bundesrepublik 290 Mio. Euro bieten, wie der staatliche Banken-Rettungsfonds Soffin am Donnerstag mitteilte. Je Aktie entspricht dies 1,39 Euro. Das ist deutlich mehr, als an der Börse erwartet worden war - damit zahlt der Bund einen Aufschlag von 16 Prozent zum Mittwochsschlusskurs von 1,20 Euro. Im Vergleich zu dem im sogenannten Verstaatlichungsgesetz festgelegten Mindestpreis betrage die Prämie zehn Prozent, hieß es. Der Soffin hält bereits 8,7 Prozent an der HRE.

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Die Aktien der HRE reagierten vorbörslich mit starken Kursgewinnen auf das Übernahmeangebot. Beim Brokerhaus Lang & Schwarz kletterten die Titel um rund 15 Prozent auf 1,38 Euro. "Wie begrüßen den weiteren Schritt des Soffin zur Erreichung des Ziels, die HRE zu stabilisieren", sagte ein HRE-Sprecher.

Der Großaktionär der Hypo Real Estate J.C. Flowers will trotz des Übernahmeangebots offenbar Anteilseigner des Immobilienfinanzierers bleiben. "Der Großaktionär Flowers reagiert so darauf (auf das Übernahmeangebot), dass er die Offer erst einmal lesen wird", sagte ein Flowers-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. "Es gibt weiter eine klare Präferenz, als Aktionär im Unternehmen zu bleiben und insofern genauso behandelt zu werden, wie Aktionäre von Banken, die auch unter den Rettungsschirm mussten". Der Sprecher unterstrich: "Das ist nach wie vor die Präferenz".

Der Bund wird sein Angebot allerdings wohl nicht mehr verbessern. Der Soffin plant Finanzkreisen zufolge keine Erhöhung. "Die 1,39 Euro je HRE-Aktie sind eindeutig das letzte Wort", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Anhebung sei in jedem Fall ausgeschlossen.

Aktionärsschützer begrüßten das Übernahmeangebot. „Mangels Alternative ist das ein attraktives Angebot“, sagte Marco Cabras von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW): „Wer verkaufen will, sollte das jetzt tun.“

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