Hypo Real Estate
PwC-Wirtschaftsprüfer sollen für Fehlbuchung büßen

Mitarbeiter von Pricewaterhouse-Coopers haben eine Fehlbuchung bei der Bad Bank der Hypo Real Estate übersehen. Die Grünen wollen sie nun zur Anhörung vorladen. Für die Wirtschaftsprüfer droht ein Nachspiel.
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DüsseldorfDie übersehene Fehlbuchung von 55 Milliarden Euro bei der Bad Bank der Hypo Real Estate (HRE) auf dem Höhepunkt der Finanzkrise könnte für die zuständigen Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse-Coopers (PwC) ein Nachspiel haben. Wie das Handelsblatt berichtet, dringt die Bundestagsfraktion der Grünen jetzt darauf, PwC von der berufsrechtlichen Schweigepflicht zu entbinden. Die 55 Milliarden Euro hätten als zusätzliches Plus in der HRE-Bilanz ausgewiesen werden müssen.

Das Handelsblatt beruft sich auf einen ihm vorliegenden Antrag des finanzpolitischen Sprechers der Grünen, Gerhard Schick, und seiner Fraktion an die Bundesregierung. Darin wird diese aufgefordert, die Geschäftsleitung der Bad Bank FMS Wertmanagement (FMSW) anzuweisen, die betroffenen PwC-Prüfer von ihrer Verschwiegenheitspflicht zu entbinden. Ziel der Aktion: PwC könnte sich dann nur noch schwer weigern, einen vor wenigen Wochen fertiggestellten berufsrechtlichen Untersuchungsbericht der Wirtschaftsprüferkammer zu blockieren, der mögliche Ursachen für die Verfehlungen auflistet.

Mitarbeiter der renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hatten den Jahresabschluss 2010 der FMSW zu testieren. Dabei entging ihnen eine Fehlbuchung über 55 Milliarden Euro. Stattdessen attestierten die Prüfer der Bilanz für 2010 „ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage“.

Schick will den Antrag in der am Freitag anstehenden Geheim-Sitzung des Kontrollgremiums zur Überwachung des Finanzmarktstabilisierungsfonds stellen. Das Gremium besteht aus neun Vertretern des Bundestags und kontrolliert die staatliche Bankenrettung. Sollte Schick sich dort durchsetzen, könnte er die damals zuständigen PwC-Prüfer Sven Hauke und Carolin Dilger zur Anhörung vorladen. PwC hat sich auf Anfrage nicht dazu äußern wollen.

Kommentare zu " Hypo Real Estate: PwC-Wirtschaftsprüfer sollen für Fehlbuchung büßen"

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  • Wirtschaftsprüfer werden jährlich bestellt oder gefeuert und sind deshalb nicht unabhängig. Hier gilt die Devise: "Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe." Es ist einfach eine moderne Art der Prostitution. Nur eine feste Bestelldauer und eine anschließende externe Rotation könnte endlich aus der Aufgabe des Wirtschaftsprüfers, statt eines Gewerbes, wieder ein Amt machen.

    MfG
    ein Insider

  • Wirtschaftsprüfer werden jährlich bestellt oder gefeuert und sind deshalb nicht unabhängig. Hier gilt die Devise: "Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe." Es ist einfach eine moderne Art der Prostitution. Nur eine feste Bestelldauer und eine anschließende externe Rotation könnte endlich aus der Aufgabe des Wirtschaftsprüfers, statt eines Gewerbes, wieder ein Amt machen.

  • Ja, aber das war eine reine Fehlbuchung, welche berichtigt wurde und kein Geld verloren ging. Bei den Projekten gehts auch um Milliarden. Aber die sind nicht in irgendwelchen Bilanzen falsch gebucht worden, sondern sind real in den Sand gesetzt worden. Und für die Planung bekommen Architekten, Gutachter und Spitzenbeamte/Politiker auch Geld vom Staat. Und? Denen geht niemand an den Kragen. Warum pfänden wir nicht Kurt Becks Privatvermögen? Schließlich hat uns der 254 Millionen gekostet. Keine reine fehlerhafte Berechnung. Nein, echtes Geld. Im Nürburgring für immer versenkt. Und zwar aus Eitelkeit und Geltungssucht.

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