IAB trotzdem optimistisch
Weniger offene Stellen in Deutschland

Trotzdem die Anzahl der offenen Stellen im zweiten Quartal abnimmt, ist ein Rückgang des Aufschwungs am Stellenmarkt noch nicht in sicht. So blieb die Zahl der sofort zu besetzenden Stellen unverändert hoch.
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BerlinDie Zahl der offenen Stellen in Deutschland ist im zweiten Quartal um 80.000 gesunken und wieder unter die Marke von einer Million gefallen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sieht darin aber keinen Dämpfer für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. „Wir sind immer noch in der Aufschwungphase, aber die Dynamik nimmt ab“, sagte IAB-Experte Martin Dietz am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf das Stellenangebot. „Ein Ende des Aufschwungs ist nicht in Sicht.“

Das Forschungsinstitut der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) befragt jedes Quartal rund 8000 Arbeitgeber aller Wirtschaftsbereiche. Demnach gab es im zweiten Quartal 974.700 offene Stellen. Im ersten Quartal war mit 1,055 Millionen freien Arbeitsplätzen erstmals seit vier Jahren die Millionenmarke überschritten worden. Rückläufig war im zweiten Quartal vor allem die Zahl der später zu besetzenden Stellen. Die Zahl der sofort zu besetzenden Stellen blieb mit 694.000 fast konstant.

In den vergangenen Monaten habe sich das Stellenangebot sehr dynamisch entwickelt, nun trete eine Normalisierung ein, sagte Dietz. Die meisten offenen Stellen gebe es im Handel, im Gastgewerbe und bei den wirtschaftsnahen Dienstleistungen. „Letztere entwickeln sich besonders dynamisch“, sagte Dietz.

Die Entwicklung der offenen Stellen gilt generell als Vorbote der Dynamik auf dem Arbeitsmarkt. Ein nachlassendes Stellenangebot kann darauf hindeuten, dass sich mit einer zeitlichen Verzögerung auch der Abbau der Arbeitslosigkeit verlangsamt. Im Juli waren in Deutschland 2,94 Millionen Arbeitslose registriert, fast 250.000 weniger als vor einem Jahr. Experten rechnen damit, dass ihre Zahl mit der üblichen Herbstbelebung im Oktober oder November auf etwa 2,7 Millionen zurückgeht - so wenig wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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