Ifo-Geschäftsklimaindex
Stimmung in deutschen Firmen hellt sich auf

Gute Nachrichten zur Konjunktur: Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im September stärker gestiegen als prognostiziert. Der Optimismus der Manager überrascht Ökonomen.

MünchenTrotz des schwierigen weltwirtschaftlichen Umfelds hat sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Firmen im September deutlich verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 109,5 Punkte von 106,3 Zählern im Vormonat, wie das Münchner Institut am Montag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Mai 2014.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen leichten Anstieg des wichtigsten Frühindikators für die Entwicklung der deutschen Konjunktur auf 106,4 Zähler erwartet. Im August war das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer deutlich gefallen.

„Die deutsche Wirtschaft erwartet einen goldenen Herbst“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Unternehmenschefs beurteilten sowohl die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate günstiger als zuletzt als auch die Lage.

Der Teilindex für die Geschäftslage legte von 112,9 auf 114,7 Punkte zu. Der Teilindex für die Erwartungen stieg von 100,1 auf 104,5 Punkte.

„Das Ifo-Geschäftsklima hat seinen jüngsten Schwächeanfall mit Bravour überwunden“, erklärte Alexander Krüger, Chefvolkswirt beim Bankhaus Lampe. „Der starke Anstieg und das Indexniveau zeigen, dass Konjunktursorgen der Unternehmen derzeit kaum vorhanden sind.“ Angesichts der schwachen Auftragslage in der Industrie „erstaunt dies“. Wir sind der Ansicht, dass die Stimmung besser ist als die gesamtwirtschaftliche reale Datenlage“, sagte Krüger. Es sei derzeit besonders die Bauwirtschaft, die für eine gute Stimmung sorge.

„Die Brexit-Delle ist überwunden“

Thomas Gitzel von der VP Bank sieht neben der Bauwirtschaft auch den privaten Konsum als Konjunkturstütze. „Die Stimmungsaufhellung ist deshalb vor allem auf die Binnenkonjunktur zurückzuführen“, sagte er. Den Anstieg des Ifo-Indexes bezeichnete er als bemerkenswert.

Die deutsche Wirtschaft hat nach Ansicht der Ökonomen offenbar ihre Sorgen über negative Folgen des Brexit-Votums der Briten zurückgestellt. „Die Brexit-Delle ist überwunden“, so Gitzel. Ähnlich äußert sich sein Kollege Andreas Scheuerle von der Dekabank: „Damit sollten die im letzten Monat vielfach geäußerten Brexit-Sorgen erst einmal vom Tisch sein.“ Scheuerle sprach von einem „wichtigen Pflock“, den die Unternehmen „gegen den zunehmenden Pessimismus eingeschlagen haben“.

Die deutsche Wirtschaft hatte zu Jahresanfang um 0,7 Prozent zugelegt und im Frühjahr um 0,4 Prozent. Für das jetzt zu Ende gehende dritte Quartal rechnet die Bundesbank mit einem etwas langsameren Wachstum.

In der vergangenen Woche hatte die OECD ihre Prognose für Deutschland gesenkt. Die Industriestaaten-Gruppe erwartet für 2017 nun ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent. Das sind 0,2 Prozent weniger als die OECD bisher erwartet hatte. Für das laufende Jahr wird ein Plus von 1,8 Prozent prognostiziert.

Agentur
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