Deutschland

_

IfW-Berechnung: Arbeitsagentur schreibt rote Zahlen

exklusivDas Defizit der Bundesagentur für Arbeit wird im nächsten Jahr höher als ursprünglich veranschlagt. Das ergaben Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Schuld ist auch der Bund.

Das Logo der Agentur für Arbeit. Quelle: dpa
Das Logo der Agentur für Arbeit. Quelle: dpa

DüsseldorfDie Bundesagentur für Arbeit (BA) wird im kommenden Jahr 1,65 Milliarden Euro mehr ausgeben als sie einnimmt. Das zeigen Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) für das „Handelsblatt“. Damit wäre das Finanzloch eine halbe Milliarde Euro größer als im BA-Etat vorgesehen. 2014 werde dann ein Minus von einer weiteren Milliarde Euro auflaufen, schätzt IfW-Finanzexperte Alfred Boss. Damit wäre der Überschuss des abgelaufenen Jahres 2012 von 2,45 Milliarden Euro Ende 2014 komplett aufgebraucht. Falls dann kein Aufschwung einsetzt, braucht die BA Geld vom Bund.

Anzeige

Ein Grund für die Finanzprobleme der BA ist die steigende Arbeitslosigkeit, die Experten für 2013 befürchten. Doch die Probleme der BA liegen nicht nur an der Konjunkturschwäche. Vielmehr hat der Bund sich systematisch an der Agentur bereichert: Der 2007 als Ausgleich für die umstrittene Umsatzsteuererhöhung eingeführte Bundeszuschuss von acht Milliarden Euro pro Jahr an die Beitragskasse entfällt 2013. Zuvor war er schon halbiert worden.

 

  • 27.12.2012, 14:57 UhrCasmaron

    Die Agentur für Arbeit macht Minus? Wie soll das gehen?
    Dort sind doch nur noch die Kurzzeitarbeitslosen, die nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind, gemeldet. Alle anderen wurden ins Hartz IV getrieben. Wenn man jetzt noch Minus bei der Agentur für Arbeit macht, dann stimmt was nicht?
    Alleine diese völlig unsinnig vollgestopfte Jobbörse schluckt wie zu viel Geld! Da sind Funktionen, die kein Mensch braucht, Arbeitgeber haben da meist keinen Bock drauf. Eine Internetagentur hat mal der Agentur für Arbeit angeboten, einen Online-Stellen-Markt, einfach, funktionell und kostengünstig zu erstellen. Die Antwort: Ja ist alles super, aber dann könnten wir die Kosten nicht mehr rechtfertigen.! Dazu kommen noch die Maßnahmen, Bewerbungstraining oder wie bringt man einem Hochschulabsolventen bei als Bauhelfer zu arbeiten! Da fließen Gelder ohne öffentliche Kontrolle, eine Hand wäscht die Andere!
    Ich möchte wissen wer da alles die Hand aufhält damit so ein Minus entsteht!

  • 27.12.2012, 11:14 UhrHB-Leser

    An General-Investigation: Die Gelder sind jetzt in Griechenland.

  • 27.12.2012, 10:06 UhrHans

    DE ist keine Selbsbedienungsladen der Allierten. Die Allierten sind nur ein Teil des jetzigen Machtgefüges, dass die Geldverteilung aktiv lenkt. In diesem Machtgefüge hat sich das Kapital und die RotGrün Lobby arangiert und einen Nicht Angriffs Pakt geschlossen. Im Zweifel schützt man den anderen, und lässt den Bürger die Zeche zahlen. Ob die Gesellschaft vor die Hunde geht, oder der Soziale Frieden verlorgen geht, ist doch selbst der SPD egal. Hauptsache es gibt keine Neuverteilung der Macht.

  • Die aktuellen Top-Themen
Leistungen eingefroren: Frankreichs Premier Valls will Defizitziel einhalten

Frankreichs Premier Valls will Defizitziel einhalten

Frankreichs Premier Manuel Valls will bis Oktober 2015 alle Renten und Sozialtransfer einfrieren. Der Schritt soll den Staatshaushalt entscheidend entlasten. Um Proteste von Links zu umgehen, greift Valls zu einem Kniff.

+++LIVEBLOG+++: Ukraine wirft Sberbank Finanzierung von Partisanen vor

Ukraine wirft Sberbank Finanzierung von Partisanen vor

Angeblich sollen prorussische Aktivisten ukrainische Soldaten in der ostukrainischen Region Lugansk entführt haben. Kiew kündigte eine „harte Reaktion“ auf derlei Angriffe an. Die Nachrichtenlage ist unklar.

Petition gegen Panzer: Die plötzliche Angst vor dem russischen Altmetall

Die plötzliche Angst vor dem russischen Altmetall

Zwei Boulevardblätter haben eine Petition gegen Panzer am sowjetischen Ehrenmal im Berliner Tiergarten eingereicht. Die Aktion ruft kontroverse Reaktionen hervor – und eine klare Absage der Bundesregierung.