IG BCE
Gewerkschaft will mehr Krisenhilfe für die Realwirtschaft

Hubertus Schmoldt fordert, den "Wirtschaftsfonds Deutschland" aufzustocken, um notleidenden Unternehmen zu helfen. Ebenso will der scheidende Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie Änderungen beim Kurzarbeitergeld. Neben Schmoldt gibt auch Tariffachmann Werner Bischoff sein Vorstandsamt an einen jüngeren Nachfolger ab.

BERLIN. Der scheidende Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, hat von der Regierung erhebliche weitere Anstrengungen im Kampf gegen die Folgen der Wirtschaftskrise gefordert. Schmoldt sprach sich am Montag in Hannover dafür aus, im Bedarfsfall den "Wirtschaftsfonds Deutschland" zur Stützung notleidender Unternehmen zügig aufzustocken, sollte sich dieser als zu knapp erweisen. Zudem machte er sich für zusätzliche Änderungen beim Kurzarbeitergeld stark.

Der Rahmen des bisher 115 Mrd. Euro umfassenden Wirtschaftsfonds müsse im Bedarfsfall "unverzüglich" ausgeweitet werden, sagte Schmoldt, der selbst dem dafür zuständigen Lenkungsrat angehört. Zudem kritisierte er, für kleinere und mittlere Betriebe seien im Unterschied zu Großunternehmen die Hürden zu hoch, unter den Schirm zu schlüpfen. Es sei inakzeptabel, wenn den Banken als "Verursachern der Krise die öffentliche Hilfe zuteil wird, die den Opfern der Krise weitgehend versagt bleibt", klagte Schmoldt.

Beim Kurzarbeitergeld forderte er eine Anhebung der Leistungen für ältere Beschäftigte, sofern im gleichen Zuge Berufseinsteiger gefördert werden. Das Kurzarbeitergeld für Beschäftigte ab 60 Jahren solle auf 90 Prozent des regulären Lohns aufgestockt werden - unter der Bedingung, dass die Älteren auf Kurzarbeit Null gehen und dafür junge Facharbeiter oder Hochschulabsolventen eingestellt werden.

Damit machte Schmoldt zum näher rückenden Ende seiner Amtszeit noch einmal Druck, mit einem Paket zur aktiven Krisenbekämpfung Arbeitsplätze zu sichern und einem Einbruch am Ausbildungsmarkt entgegen zu wirken. Mit einem insgesamt sechs Seiten umfassenden Maßnahmenkatalog befasste sich am Abend auch der Beirat der IG BCE, das höchste Gremium nach dem Gewerkschaftskongress.

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