IG-BCE will auf Unternehmen zugehen, um Beschäftigung zu sichern
Gewerkschaften und Firmen gegen Jobabbau

In der Debatte um neue Konjunkturprogramme ist nach der Krisensitzung am Kanzleramt die Beschäftigungssicherung in den Vordergrund gerückt. Unternehmen und Gewerkschaften wollen alles tun, um in der Krise die Beschäftigung zu sichern. Dazu will Industriegewerkschaften IG BCE den Arbeitgebern in entscheidenden Punkten entgegenkommen.

BERLIN. Aufgeschreckt durch Warnungen des Präsidenten der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, die Arbeitslosenzahlen könnten wegen des dramatischen Wirtschaftseinbruchs im nächsten Jahr wieder auf bis zu vier Millionen steigen, kündigten die großen Industriegewerkschaften IG BCE und IG Metall an, alles zu tun, um Jobabbau zu vermeiden. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt lobte die Initiative der Bundesregierung, mit den 30 Dax-Konzernen bei einem Treffen im Januar die Chancen eines generellen Kündigungsverzichts auszuloten.

"Wir wollen den Unternehmen entgegenkommen, um die Beschäftigung in den Betrieben zu sichern." Nach dem Schutzschirm für die Finanzmärkte müsse es jetzt darum gehen einen Schutzschirm für die Arbeitsplätze zu errichten, sagte IG-BCE-Chef Hubertus Schmoldt dem Handelsblatt. Er kündigte an, dazu alle Spielräume in den Tarifverträgen zu nutzen von Arbeitzeitkonten und der Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit bis zu den Flexibilisierungsspielräumen bei den Entgelten. Er schloss sogar neue Öffnungsklauseln in den Tarifverträgen nicht aus, sollten die erweiterten Möglichkeiten für Kurzarbeit nicht ausreichen. Gestern nahm der Gewerkschaftschef an Aufsichtsratssitzungen bei Bayer und Eon teil, wo es auch um die Auswirkungen der Krise auf die Beschäftigung ging.

Auch IG-Metall-Chef Berthold Huber kündigte an, die Konzernchefs beim Wort zu nehmen. Die Vertrauensleute der IG Metall würden in den nächsten Wochen Betrieb für Betrieb alle Möglichkeiten, Arbeitsplatzabbau zu vermeiden ausloten. Alle Optionen in den Tarifverträgen sollten genutzt werden, um Beschäftigung zu sichern, sagte Huber. In der Autoindustrie liefen die Gespräche bereits. Hier habe es auch noch keinerlei Ankündigungen gegeben, bei den Stammbelegschaften abzubauen.

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