Deutschland
IG-Metall-Chef sieht Chance für Bündnis „links der Mitte“

IG-Metall-Chef Jürgen Peters hält ein Bündnis von SPD, Grünen und Linkspartei nach der Bundestagswahl für möglich.

HB BERLIN. "Grundsätzlich muss jede gewählte demokratische Partei mit jeder anderen koalieren können. Das gilt auch für SPD und Linkspartei", sagte Peters in einem am Samstag veröffentlichten Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Er glaube fest an den Satz des früheren SPD-Vorsitzenden Willy Brandt, wonach es in Deutschland "eine Mehrheit links der Mitte" gebe. SPD und Grüne seien eine Zeit lang auf gutem Weg gewesen, Brandts Vision zu erfüllen. Nach Einleitung der Reformen sei die Zahl der Enttäuschten, die nicht mehr zur Wahl gingen, jedoch immer größer geworden. Den Nutzen davon hätten Union und FDP gehabt. Daher könne es nicht schlecht sein, wenn es ein zusätzliches Angebot gebe.

Peters bezeichnete es zugleich als Fehler der Linkspartei, dass diese mehrfach eine Regierungsbeteiligung abgelehnt habe. "Eine Partei, die ihren Gestaltungswillen nur in der Opposition ausleben will, läuft Gefahr, nicht ernst genommen zu werden", sagte der IG-Metall-Vorsitzende. Der SPD warf Peters vor, mit ihrer Politik der Agenda 2010 ein politisches Vakuum auf der Linken geschaffen zu haben, das nun das Bündnis aus der Wahlalternative WASG und der in Linkspartei umbenannten PDS fülle. "Von der Rente über das Steuersystem bis zum Tarifrecht vertritt die Linkspartei nachvollziehbare Positionen, die das politische Spektrum der Bundesrepublik ohne Zweifel bereichern", sagte der Gewerkschaftschef.

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