IG-Metall-Chef Wetzel
„Salamitaktik verfängt bei uns nicht“

„Was eine so große und starke Gewerkschaft wie die IG Metall nicht hinbekommt, wird anderen umso schwerer gelingen“, sagt Detlef Wetzel. Im Interview spricht der nordhrein-westfälische IG-Metall-Chef über Strategien zur Flexibilisierung des Flächentarifvertrags, die Ansprüche seiner Gewerkschaft und seine Mühe mit den persönlichen Ambitionen.

Handelsblatt: Herr Wetzel, die Wirtschaft läuft gut in diesem Jahr, aber nicht so gut wie 2006. Warum sollen die Löhne der Metaller trotzdem stärker steigen?

Wetzel: Schon Ihre Grundannahme ist falsch. Das belegt zum Beispiel eine aktuelle Umfrage der KfW unter kleinen und mittleren Unternehmen der Industrie. Danach rechnen 40 Prozent für 2007 mit höheren und weitere 50 Prozent mit stabilen Gewinnen. Hinzu kommt: Der Tarifabschluss von April 2006 ...

... drei Prozent plus einer variablen Einmalzahlung ...

... ist rückblickend eher am unteren Ende der Möglichkeiten geblieben. Gemessen am damals gerade erst beginnenden Aufschwung, ging das in Ordnung. Hätten wir den Tarifvertrag allerdings ein paar Monate später abgeschlossen, wäre er deutlich höher ausgefallen.

Wollen Sie etwa eine Nachschlag-Debatte führen?

Es geht nicht um einen Nachholbedarf. Ich stelle nur fest: Das Jahr 2006 ist besser gelaufen als gedacht, 2007 läuft mindestens in gleicher Weise weiter. Also kann die Logik nur sein, dass wir in diesem Jahr einen höheren Tarifabschluss brauchen.

Gegenthese: Die IG Metall kann sich von den Tarifabschlüssen der Chemie- und Baubranche einfach nicht überholen lassen.

So nicht. Es kommt schon auch auf die Situation der Branche an. Ginge es der Metallindustrie deutlich schlechter als etwa der chemischen Industrie, dann könnten wir nicht aus prinzipiellen Erwägungen einen höheren Abschluss verlangen. Aber das ist nun einmal nicht die Realität.

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