IG Metall droht weitere Warnstreiks an
Weiter keine Einigung im Stahl-Tarifkonflikt

Die Tarifparteien der westdeutschen Stahlindustrie sind sich auch in ihrer vierten Verhandlungsrunde über die Erhöhung der Einkommen für die rund 85.000 Beschäftigten der Branche nicht näher gekommen.

HB DÜSSELDORF. Die Arbeitgeber hätten kein verbessertes Angebot gemacht und provozierten damit den offenen Konflikt, sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Detlef Wetzel am Mittwochabend in Dortmund. „In der Branche werden hohe Gewinne eingefahren, die müssen auch bei den Beschäftigten ankommen“, fügte Wetzel hinzu. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 3. Mai in Gelsenkirchen werde es erhebliche Proteste der Stahlarbeiter und weitere Warnstreiks geben.

Am Dienstag hatten bereits mehr als 14.000 Beschäftigte der Stahlbranche aus 40 Betrieben gegen das aus ihrer Sicht völlig unzureichende Angebot für Einkommensverbesserungen protestiert. Auch unmittelbar vor Verhandlungsbeginn am Mittwoch gab es Warnstreiks.

Die Stahlarbeitgeber bieten bislang Einkommenserhöhungen von 1,9 Prozent über eine Vertragslaufzeit von 19 Monaten sowie eine Einmalzahlung von 500 Euro an. Die IG Metall verlangt über zwölf Monate 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Sie stützt sich bei ihrer Forderung auf die derzeit ungewöhnlich gute Stahlkonjunktur, die den Betrieben hohe Gewinne eingebracht hat.

Branchenkenner erwarten ein Anhalten des durch die große Nachfrage aus China ausgelösten weltweiten Stahlbooms. Sie rechnen allenfalls mit eine leichten Abschwächung der Nachfrage auf hohem Niveau. In Deutschland sind die Stahlwerke zur Zeit voll ausgelastet.

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