IG Metall: Ein Schlag ins Gesicht für die Beschäftigten": In der Metallbranche droht ein Konflikt

IG Metall: Ein Schlag ins Gesicht für die Beschäftigten"
In der Metallbranche droht ein Konflikt

Die Zeichen in den Tarifverhandlungen für die rund 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie stehen auf Streit. Nach dem ersten Angebot der Arbeitgeber bei den Verhandlungen im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württembergdie Löhne und Gehälter in zwei Stufen um jeweils 1,2 Prozent zu erhöhen, kündigte die IG Metall am Freitag umgehend Warnstreiks an.

HB BÖBLINGEN. In zwei Wellen Anfang und Mitte Februar sollen nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen die Metaller bundesweit zu Aktionen in Betrieben aufgerufen werden. Damit will die IG Metall nach dem im vergangenen Sommer gescheiterten Streik für die Einführung der 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland Kampffähigkeit beweisen.

Der IG-Metall-Bezirkschef von Baden-Württemberg, Jörg Hofmann, sagte: „Die Tarifverhandlungen bekommen dann wieder Dynamik, wenn der Druck in den Betrieben zunimmt.“ Das Angebot der Arbeitgeber, das diese an betriebliche Öffnungsklauseln zur Verlängerung der Arbeitszeit auf bis zu 40 Wochenstunden koppelten, bezeichnete Hofmann als „Schlag ins Gesicht“ der Beschäftigten. Die Offerte sei „unzumutbar“ und sichere nicht einmal einen Inflationsausgleich, kritisierte Hofmann. Dem hielt Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser entgegen, der Vorschlag sichere Arbeitsplätze und die Einkommen der Mitarbeiter. Er verschaffe den Betrieben zugleich dringend benötigte Spielräume für Kostensenkungen und Innovation. Kannegiesser äußerte die Erwartung, dass durch einen Arbeitszeitkorridor zwischen 35 und 40 Wochenstunden der Beschäftigungsabbau noch in diesem Jahr gestoppt werden könne.

Die Gewerkschaft lehnt Arbeitszeitkorridore mit dem Argument ab, dadurch würden keine neue Arbeitsplätze entstehen. Sie will den Betrieben über Arbeitszeitkonten weitere Flexibilisierungen ermöglichen, auf denen Überstunden angesammelt werden können. Am Verhandlungsort in Böblingen demonstrierten 1200 Metall mit Trillerpfeiffen für vierprozentige Einkommensverbesserungen.

Die Friedenspflicht endet am nächsten Mittwoch, danach kann die IG Metall zu Warnstreiks aufrufen.Die Verhandlungen sollen in Böblingen am nächsten Dienstag fortgesetzt werden.

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