IG Metall geht mit vier Prozent ins Rennen
Metall-Branche steht harte Tarifrunde bevor

Mit einer Forderung von vier Prozent mehr Lohn und Gehalt geht die IG Metall in die Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie. Das beschloss der Gewerkschaftsvorstand am Donnerstag in Frankfurt. Der Tarifvertrag für die rund 3,4 Mill. Beschäftigten soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Gesamtmetall hat die Lohnforderung umgehend zurückgewiesen.

HB FRANKFURT/MAIN. Gleichzeitig lehnte die Gewerkschaft Verhandlungen über eine Verlängerung der Arbeitszeit ab. Die Arbeitgeber bestehen darauf, die betriebliche Arbeitszeit zum zentralen Thema zu machen und keine reine Lohnrunde zu führen. Damit sind die Fronten schon vor Beginn der Verhandlungen am 15. Dezember verhärtet.

IG-Metall-Chef Jürgen Peters erneuerte zwar sein Angebot zu „sachlichen und konstruktiven Verhandlungen“. Er warnte aber die Arbeitgeber davor, mit Forderungen nach Arbeitszeitverlängerung die Tarifrunde auf Konfliktkurs zu bringen. Eine Öffnung der Tarifverträge zur unbezahlten Verlängerung der Arbeitszeit lehne die Gewerkschaft strikt ab. Die Tarifbewegung sei schwierig genug und dürfe nicht mit immer neuen Forderungen überfrachtet werden. IG- Metall-Vize Berthold Huber sagte der „Süddeutschen Zeitung“ vom Donnerstag: „Unbezahlte Mehrarbeit bedeutet Lohnsenkung. Da machen wir nicht mit.“

Kannegiesser bekräftigte in Berlin, dass die Arbeitgeber die betriebliche Arbeitszeit zu einem zentralen Thema der Tarifrunde machen wollen. Die Betriebe bräuchten größere Gestaltungsspielräume, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Andernfalls drohe ein Verlagerungsschub nach Osteuropa. Der Gesamtmetall-Präsident stellte klar, dass er nicht die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche verlange. Vielmehr solle den Betrieben erlaubt werden, durch freiwillige Vereinbarungen das Arbeitsvolumen und die Bezahlung innerhalb einer Bandbreite von 35 bis 40 Stunden zu gestalten.

Bislang gilt in der Metall- und Elektroindustrie im Westen die 35- und im Osten die 38-Stunden-Woche. Im Sommer war ein Streik zur Durchsetzung der 35-Stunden-Woche in den neuen Bundesländern gescheitert. Dies hatte die IG Metall in die schwerste Krise ihrer Geschichte gestürzt und zu einem beispiellosen Machtkampf um den Gewerkschaftsvorsitz geführt.

Für die neue Führung ist die Metall-Tarifrunde die erste Bewährungsprobe. Sie wird dadurch kompliziert, dass 1,4 %punkte des Abschlusses für die Angleichung der Bezahlung von Arbeitern und Angestellten (ERA) abgezweigt werden müssen. Wegen der nach wie vor unsicheren Wirtschaftsprognosen will die IG Metall aber nur eine Laufzeit von zwölf Monaten.

Die Verhandlungen beginnen am 15. Dezember in den Tarifgebieten Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Berlin/Brandenburg, Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland und Osnabrück/Emsland. Am 16. Dezember folgen Bayern, Küste und Niedersachsen. Die Tarifverträge laufen Ende Dezember aus. Die Friedenspflicht endet am 28. Januar 2004. Danach darf gestreikt werden. In der Metall-Tarifrunde 2002 hatte die IG Metall Einkommenserhöhungen von 6,5 % gefordert und in einem Arbeitskampf stufenweise Erhöhungen von 4,0 und 3,1 % durchgesetzt.

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